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Archive for Juli 4th, 2007

Gangrän (ugs.: Brand), abgestorbenes Gewebe infolge längerer Unterbrechung der Blutzufuhr. Atherosklerose, Diabetes, Verletzungen und bakterielle Infektionen können eine G. verursachen.

Bei der trockenen G. kommt es zur Schrumpfung und schwärzlichen Verfärbung, möglicherweise fällt das vertrocknete, abgestorbene Gewebe von alleine ab.Durch bakterielle Zersetzung entsteht eine Verflüssigung des abgestorbenen Gewebes: Faulbrand oder feuchte G.. Es besteht die Gefahr der Ausbreitung der Infektion bis hin zur Sepsis, die Gabe von Antibiotika und die chirurgische Abtragung toten Gewebes soll dem entgegenwirken.

Eine besondere Art der G. ist der Gasbrand, hervorgerufen durch eine Infektion mit Clostridium perfringens, einem nur anaerob (ohne Sauerstoff) wachsenden Bakterium. Der Gasbrand entsteht nach tiefen, verschmutzten Wunden (Kriegsverletzungen) und nach illegalen, unter unhygienischen Verhältnissen durchgeführten Abtreibungen. Es bilden sich einige Tage nach der Infektion bräunlicher Eiter und Gasblasen im Gewebe, das entstehende Toxin (Gift) führt in 30 bis 50 % der Fälle zum Tod. Die Therapie besteht in einer ausgiebigen chirurgischen Wundöffnung, Entfernung des abgestorbenen Gewebes und intensiver Antibiotikagabe.

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Galen von Pergamon (lat. Galenus, griech. Galenos, posthum zugeschriebener Vorname Claudius), * 129 in Pergamon, Römisches Reich, heute Bergama, Türkei; † 199 (216?) in Rom, griechischer Arzt der Antike, entwickelte die Lehre des Hippokrates weiter und führte umfangreiche Sektionen und Experimente am Tier durch. Seine Lehre dominierte die Medizin Europas im gesamten Mittelalter und bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts hinein.

Leben

Galen, der Sohn eines reichen Architekten, wurde zunächst philosophisch und literarisch ausgebildet, bevor er sich mit 16 Jahren dazu entschloss, Arzt zu werden. Seine Heimatstadt Pergamon hatte einen großen Asklepios-Tempel, den viele einflussreiche und wohlhabende Persönlichkeiten des römischen Reichs zur Behandlung aufsuchten. Hier begann G. sein Medizinstudium, dass er in Smyrna (heute Izmir, Türkei) und Alexandria in Ägypten, der damals größten medizinischen Ausbildungsstätte, fortsetzte. 28jährig, also nach fast 12 Jahren Studium, kehrte er in seine Heimatstadt Pergamon zurück, wo er als Arzt der Gladiatoren reichliche Erfahrungen in der Wundbehandlung und Sportmedizin sammeln konnte.

162 zog der ehrgeizige Arzt nach Rom, wo er aufgrund seiner Heilerfolge, seiner guten Beziehungen, seines publikumwirksamen Auftretens (er führte oft öffentlichen Sektionen an Tieren durch) und seiner geschliffenen Rhetorik sehr bald viel Aufsehen erregte.

166 kehrte er abrupt zurück nach Pergamon, wegen des Neides der Kollegen, sagte Galen ; wegen einer Pestepidemie in Rom, behaupten andere. 168 riefen ihn die Kaiser Roms, Mark Aurel und Lucius Verus, um ärztliche Hilfe bei einem Feldzug in Norditalien zu leisten. Nach Verus’ Tod 169 kehrte G. nach Rom zurück, wo er als Arzt der römischen Elite bis zu seinem Tode tätig war.

Arabische Biografen nennen 216 als Todesjahr, demnach wäre G. 87 Jahre alt geworden, andere vermuten, dass er im Alter von 70 Jahren 199 verstarb.

Lehre

G. führte eine große Anzahl von Sektionen an toten und lebenden Tieren durch. Berberaffen, Schweine, Hunde, Ziegen und Schafe waren seine bevorzugten Forschungsgegenstände. Er brachte einige wesentlichen Erkenntnisse dabei zustande, war aber weit von einem umfassenden anatomischen und physiologischen Verständnis des Säugetierorganismus entfernt.

G. beschrieb sieben der zwölf Hirnnerven, er erkannte als erster, dass in den Arterien Blut und keine Luft fließt, wie man zuvor angenommen hatte. Er unterschied als erster Arterien und Venen, beschrieb die Klappen des Herzens und zeigte, dass der Urin in der Niere produziert und über die Harnleiter in die Blase geleitet wird. Nachdem er am lebenden Schwein einen Nerven in Kehlkopfnähe (den Nervus laryngeus recurrens) durchtrennt hatte, konnte dieses nicht mehr quieken. Mit solchen und ähnlichen Experimenten bewies er, dass die Stimme und viele anderen Funktionen des Körpers vom Gehirn gesteuert wurden.

G. glaubte, dass alle Natur von einem Schöpfer erschaffen wurde und die Erforschung der Natur dazu dienen könne, den Willen dieses Schöpfers zu erfahren. Nichts geschehe in der Natur ohne Zweck.

Er ging davon aus, dass der Körper den Zweck habe, der Seele eine Wohnung zu verschaffen. Die dem Körper innewohnende Kraft benutzt das Pneuma, eine mit der Atmung in den Körper eingeschleustes Medium, um seinen Zweck zu erfüllen. Das Pneuma – ein Begriff der Philosophie des Aristoteles – differenziert sich in drei Untergruppen: Lebenspneuma mit Sitz im Herzen, Psychisches Pneuma mit Sitz im Gehirn und Körperliches Pneuma mit Sitz in der Leber.

So betrachtete er die Körperfunktionen als Verbindung dreier unabhängiger Systeme: Arterien und Herz als Energiespender, Gehirn und Nerven als Quelle des Denkens und der Wahrnehmung, Leber und Venen als Ernährer und Quelle des Wachstums. Das Blut, so schien es G., werde von der Leber über die Venen zu den Organen transportiert, wo es entweder als Nahrungsquelle diente oder in Fleisch bzw. andere Substanzen verwandelt wurde. Einen Kreislauf des Blutes konnte er noch nicht entdecken: G. glaubte, etwas Blut ströme zwischen Lungenvene und Lungenarterie durch die Lungen um mit Luft vermischt zu werden, ferner zwischen beiden Herzkammern durch die Herzscheidewand. An der Schädelbasis werde etwas Blut zu Psychischem Pneuma in Nervengeflechten der Schädelbasis verwandelt.

In der praktischen Medizin war G. unbedingter Anhänger des Hippokrates. Er habe den Weg, den Hippokrates gewiesen habe, erst gangbar gemacht, lautete eine seiner wenig bescheidenen Verlautbarungen. Die Viersäftelehre oder Humoralpathologie spielt auch bei G. die Grundlage der Therapie. Anders als bei seinem berühmten Vorgänger konnte die Dyskrasie auch einzelne Organe und nicht nur den Menschen als Ganzes treffen. Die vier Säfte standen wiederum im Zusammenhang mit den vier Grundqualitäten warm, feucht, kalt und trocken.

Wirkung

Galens Lehre dominierte die Medizin in Europa während des gesamten Mittelalters bis hinein in die frühe Neuzeit. Heute lebt sein Name noch fort in der Galenik, der Lehre von der Arzneimittelherstellung. Zeit seines Lebens war G. ein fleißiger Arbeiter, 300 Schriften hat er verfasst, 150 davon sind bis heute erhalten geblieben. Nach seinem Tode war sein Einfluss in Europa zunächst gering. Seine Schriften wurden aber in Alexandria ins Arabische übersetzt und erreichten im 11. Jahrhundert Europa als Übersetzungen aus dem Arabischen ins Lateinische, teilweise versehen mit Kommentaren arabischer Ärzte. Von diesem Zeitpunkt an bis zur Renaissance glaubte man, dass seine Lehre abgeschlossen war und nicht weiter entwickelt werden konnte. In der Renaissance übersetzten italienische Humanisten Galens Werk aufs Neue, diesmal aber direkt aus dem Griechischen. Nunmehr erkannte man, dass G. ein glühender Anhänger der anatomischen Forschung und des medizinischen Experiments war. Andreas Vesalius , der flämische Anatom, war der erste, der 1543 zeigte, dass G. oft mehr die Anatomie eines Tieres als die des Menschen beschrieben hatte. Es dauerte fast weitere 100 Jahre bis William Harvey, der englische Arzt, in seinem Werk De motu cordis 1628 den Blutkreislauf beschrieb und selbst dann noch gegen heftige Proteste der Anhänger Galens kämpfen musste.

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Gammaglutamyltransferase (Abk.: γ-GT, GGT, Gamma-GT; syn.: Gammaglutamyltranspeptidase), membrangebundenes Enzym in vielen Körperzellen, erhöhte Werte im Blut v.a. bei Lebererkrankungen messbar.

Die GGT überträgt den Glutamylrest von Glutathion auf Peptide. Vor allem bei Störungen im Galleabfluss und bei toxischen Schädigungen der Leber durch Alkohol, Medikamente und Gifte findet sich eine Erhöhung der Enzymaktivität im Blut, der Normalwert liegt bei weniger als 36 U/l bei Frauen und weniger als 55 U/l bei Männern.

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Galaktosämie

Die Galaktosämie ist eine seltene (1:40000), angeborene Stoffwechselstörung, bei der es durch Mangel an Galaktose-1-Phosphat-Uridyltransferase (= Galaktosetransferase, Abk.: GALT) zu einer Störung der Umwandlung von Galaktose in Glucose kommt. Die Überschwemmung des Körpers mit Galaktose und Galaktosestoffwechselprodukten führt zum Tod in der Neugeborenenperiode oder später zur Linsentrübung (Katarakt), zur Leberzirrhose und zur geistigen Behinderung.

„Klassische“ Galaktosämie

Milchzucker (Lactose) – die Hauptenergiequelle des Neugeborenen – ist ein Zweifachzucker und besteht aus je einem Molekül Glucose und einem Molekül Galaktose. Nach der Aufspaltung des Milchzuckers im Darm kann die Glucose sofort von den Körperzellen verwertet werden, die Galaktose muss erst in mehreren Schritten in Glucose umgewandelt werden.

Säuglinge mit einem GALT-Mangel erkranken schon in den ersten Lebenstagen schwer: Sie werden trinkschwach, infektionsanfällig und entwickeln einen schweren Leberschaden mit Gelbsucht. 75 % der Säuglinge sterben in den ersten Lebenstagen. Wird diese Phase überlebt, kann es später zu einer geistigen Behinderung und zur Entwicklung einer Leberzirrhose kommen.

Die Behandlung besteht in einer möglichst galaktosefreien Diät, die lebenslang eingehalten werden muss. Bei bis zu 60 % der Kinder mit Galaktosämie kann ein normales Leben ohne Behinderung erreicht werden. Trotz Diät entwickeln bis zu 80 % der Mädchen eine Ovarialinsuffizienz mit Ausbleiben der Pubertät und späterer Unfruchtbarkeit.

Die Diagnose erfolgt in Deutschland routinemäßig im Neugeborenscreening am 3. Lebenstag aus einem Tropfen Blut, der aus der Ferse entnommen wird. Darin wird die Konzentration von Galaktose und Galaktose -1-Phosphat sowie die Aktivität der GALT bestimmt.

D2G-Galaktosämievariante

Zehn mal häufiger als die klassische Galaktosämie kommt die sog. D2G-Variante vor, es sind also etwa 200 Neugeborene jährlich in Deutschland mit dieser Variante zu erwarten im Vergleich zu 20 Kindern mit klassischer Galaktosämie. Diese Kinder haben von einem Elternteil die sog Duarte 2 (D2) Variante mit ca. 25 % GALT-Aktivität, vom anderen Elternteil das klassische G.- Gen mit 0 % Aktivität ererbt. Der Galaktose-1-Phosphatwert im Neugeborenenscreening ist normal bis 0,3 mg/dl, Kinder mit klassischer G. weisen Blutkonzentrationen zwischen 30 und 40 mg/dl auf , die Träger der D2G-Variante zwischen 1 und 6 mg/dl. Diese Kinder entwickeln sich auch unter einer galaktosehaltigen Kost normal, zeigen keine Auffälligkeiten der Leberfunktion oder der Intelligenzentwicklung.Sie können i. d. R. normal gestillt werden, nur bei einem Galaktosewert über 5 mg/dl sollte vorübergehend auf Zwiemilchernährung unter Beifütterung einer galaktosefreien Sojamilch für 4 bis 6 Monate umgestellt werden.

Seltene Enzymdefekte

Der sehr seltene Galaktokinasemangel ( 1:150000 bis 1 : 1 Mio.) führt nur zur Trübung der Augenlinsen. Extrem selten ist der UDP-Galaktose-4-Epimerase-Mangel, der das Vollbild der G. erzeugt.

Elterninitiative Galaktosämie e.V.

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