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Archive for August 2007

Subarachnoidalblutung

Subarachnoidalblutung (Abk.: SAB), eine Blutung in den normalerweise mit Liquor gefüllten Raum zwischen Spinnwebenhaut (Arachnoidea mater) und Gehirnoberfläche, meist durch Ruptur eines angeborenen Aneurysmas im Bereich des Circulus arteriosus cerebri, einem Gefäßsystem der Hirnbasis.

5 bis 7 % aller Schlaganfälle entstehen durch eine SAB, jährlich erleiden 10 von 100 000 Menschen in Deutschland eine SAB, meist im Alter zwischen 40 und 60 Jahren. Leitsymptom der SAB ist ein plötzlicher, ungewohnt heftiger Kopfschmerz, manchmal nach einer Anstrengung, oft aber auch aus dem Schlaf heraus. In vielen Fällen treten neurologische Ausfallerscheinungen wie Lähmungen, Seh- und Sprachstörungen bis hin zur Bewußtlosigkeit auf. 10 % der Patienten versterben schon vor der Krankenausaufnahme, 40 % im ersten Monat, von den Überlebenden weisen die Hälfte dauerhafte Behinderungen auf. Die Diagnose wird mittels der Computertomographie gestellt, in Zweifelsfällen auch durch Lumbalpunktion über den Nachweis von Blut- und Blutabbauprodukten im Liquor. Die Angiografie weist das verantwortliche Aneurysma nach.

Ziel der Therapie ist es, die Vitalfunktionen zu stabilisieren und eine erneute Blutung zu verhindern. Zu diesem Zweck wird das Aneurysma mit Metallclips abgeklemmt (clipping) oder durch Einführen einer Platinspirale verödet (coiling). In 10 bis 15 % der Fälle treten 4 bis 14 Tage nach dem akuten Ereignis generalisierte Krämpfe der Hirnarterien auf. Dieser Vasospasmus birgt die Gefahr zusätzlicher Gehirnschädigungen.

Therapieleitlinie

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Steroide

Steroide, eine Gruppe natürlich vorkommender oder chemisch synthetisierter Substanzen, deren Grundgerüst (das Gonan, früher Steran) gekennzeichnet ist durch den Aufbau aus 17 Kohlenstoffatomen, die in vier Ringen gruppiert sind. Zu den S. gehören die Sexualhormone, die Hormone der Nebennierenrinde wie Aldosteron und Cortison, die Gallensäuren und das Cholesterin. Teilweise oder ganz synthetisch hergestellt werden die Anabolika und die oralen Kontrazeptiva.
steroid.jpg

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Staphylokokken

Staphylokokken (gr.: staphyle – Traube und kokkos – Korn), gehören zur Gattung der Kokken (kugelförmige Bakterien) und sind harmlose Besiedler der Haut und Schleimhäute, lösen aber auch lebensbedrohliche Infektionen aus.
staphylococcus_aureus.jpgTraubenförmige Ansammlungen kugelförmiger Bakterien: Staphylokokken, durch das Elektronenmikroskop gesehen

Bei etwa einem Drittel aller gesunder Menschen können S. regelmäßig im Bereich von Nase und Rachen nachgewiesen werden, bei einem weiteren Drittel gelegentlich, in Krankenhäusern bei mehr als 80 Prozent der Angestellten. S. verursachen eitrige Entzündungen der Haut, oft mit Bildung von Abszessen. V.a. bei abwehrgeschwächten Patienten können S. Lungenentzündungen, Hirnhautentzündungen, Sepsis u. a. lebensbedrohliche Erkrankungen hervorrufen.

Staphyloccus aureus , die gefährlichste Art der Gattung, bildet eine Reihe von Toxinen (Giften). Enterotoxine werden selbst durch Kochen nicht zerstört und sind Auslöser von Lebensmittelvergiftungen. Das Toxische Schocksyndrom tritt bei Frauen während der Menstruation auf. Symptome sind Fieber, Erbrechen, Durchfall und Hautausschlag. Auslöser ist ebenfalls ein S.-Toxin, ein Zusammenhang mit der Benutzung von Tampons wird vermutet.

S. neigen zu einem regen Austausch von Genen durch Konjugation (Genmaterial wird über Pili – Ausstülpungen der Zelloberfläche – weitergegeben). Dies ist vermutlich die Ursache der weit verbreiteten Resistenz von S. gegen Antibiotika. S., die gegen eine Vielzahl von Antibiotika resistent sind, bedrohen vor allem schwerkranke Patienten in Krankenhäusern. (MRSA = Methicillin resistenter Staphylococus aureus, ORSA= Oxacillin resistenter Staphylococcus aureus)

S. werden in erster Linie durch körperlichen Kontakt (Hände), selten durch die Luft übertragen, eine Schutzimpfung gibt es nicht.

Ruhr Universität Bochum, Vorlesung Medizinische Mikrobiologie: Staphylokokken

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Stärke

Stärke, ein aus vielen Tausend Molekülen Glukose zusammengesetzter Vielfachzucker (Polysaccharid) , Pflanzen speichern mit der S. überschüssig produzierte Glukose. S. ist der Hauptlieferant der Kohlenhydrate für die Tiere. S. kommt in allen Getreidekörnern und in der Kartoffel in vor.

Die S. ist in den meisten Pflanzen eine Mischung aus zwei Substanzen, der Amylose und dem Amylopektin. In der Amylose sind die Glukosemoleküle geradlinig wie Perlen auf einer Kette aufgereiht, das Amylopektin weist dagegen eine sehr verzweigte Struktur auf. Das Mengenverhältnis variiert, liegt aber meist bei 1/4 (leicht verdaulicher) Amylose zu 3/4 (schwerer verdaulichem) Amylopektin.

Seilnacht.com

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Ständige Impfkommission (Abk.: STIKO), Gremium am Robert Koch-Institut in Berlin, nach dem Infektionsschutzgesetz damit beauftragt, Empfehlungen zu Schutzimpfungen auszusprechen.

Diese Empfehlungen bilden die Grundlage der öffentlich empfohlenen Impfungen durch die Ländergesundheitsbehörden. Die STIKO gibt auch Kriterienkataloge heraus zur Unterscheidung einer üblichen Impfreaktion von einer über das übliche Ausmaß einer Impfreaktion hinausgehenden gesundheitlichen Schädigung (IfSG §20 (2)). Dieser Kriterienkatalog ist die Grundlage, nach der die Versorgungsämter über die Anerkennung eines (staatlich zu entschädigenden) Impfschadens entscheiden. Die Mitglieder der STIKO werden vom Bundesministerium für Gesundheit und Soziales (BMGS) berufen.

Die Empfehlungen der STIKO auf der Website des Robert Koch-Instituts

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Spurenelemente

Spurenelemente, Elemente, die in sehr geringer Menge im pflanzlichen, tierischen oder menschlichen Organismus vorkommen.

Bisweilen wird ein Anteil an der Körpermasse von unter 0,1 % angegeben, bisweilen werden alle Elemente, die seltener als das Körpereisen sind, zu den S. gerechnet.

Einige der S. sind für den Organismus unverzichtbar (essentielle S.), diese erfüllen ihre Funktion meist als Bestandteil eines Enzyms.

Pflanzen, Tiere und Menschen haben einen unterschiedlichen Bedarf an S.. Fehlt dem Boden ein für den Menschen essentielles S., welches die Pflanze nicht benötigt (z. B. Jod, Mangan oder Kobalt) , dann wächst die Pflanze ungestört, aber die Menschen, die sich von Erzeugnissen dieses Bodens ernähren, erleiden Mangelerscheinungen.

S. werden mit der Nahrung, mit dem Wasser und über die Atmung aufgenommen. Eine Überdosis essentieller S. oder die Zufuhr toxischer S. kann gleichermaßen schädigend wirken.

Von den für den Menschen essentiellen S. sind außer den bereits erwähnten u. a. Eisen, Kupfer, Molybdän, Chrom und Selen bekannt.

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Spermien

Spermien (Einz.: Spermium, syn.: Samenzellen, Spermatozoen), männliche Geschlechtszellen bei Menschen und Tieren, beim Menschen ist das Spermium ca. 0,05 bis 0,06 mm lang, es besteht aus einem Kopf und einem peitschenförmigen Schwanz, mit dessen Hilfe sich das Spermium fortbewegt.

Die S. werden in den Hodenkanälchen gebildet und im Nebenhoden aufbewahrt. Nach dem sie den Körper verlassen haben, bewegen sie sich so lange, bis sie sich mit einer Eizelle vereinigt haben oder (nach zwei bis drei Tagen) abgestorben sind. (Tiefgefroren können S. viele Monate und Jahre befruchtungsfähig bleiben.)

Im Kopf des Spermiums sitzt ein Zellkern mit 23 Chromosomen, der Hälfte der Chromosenanzahl der übrigen Körperzellen. Erst nach der Verschmelzung mit der Eizelle, die ebenfalls 23 Chromosomen besitzt, wird der Bestand der Körperzellen von 46 Chromosomen wieder erreicht. Das S. enthält auch das X- oder Y-Chromosom, das über das weibliche oder männliche Geschlecht des Kindes entscheidet. Die Eizelle liefert in jedem Fall ein X-Chromosom, enthält das befruchtende S. ebenfalls ein X-Chromosom entsteht ein Mädchen (Genotyp XX), enthält es ein Y-Chromosom, ein Junge (XY).

Der Kopf des S. wird vom Akrosom bedeckt, es enthält Substanzen, die den Abbau der Schutzhülle der Eizelle und somit das Eindringen des S. ermöglichen. In jedem Samenerguss (Ejakulat) finden sich durchschnittlich 300.000 bis 400.000 S., aber nur eines davon befruchtet die Eizelle.

In einem kleineren mittleren Abschnitt zwischen Kopf und Geißel sitzt das Mitochondrium. Die Geißel besteht aus einem Bündel von kontraktilen Mikrofilamenten, die am Mittelstück oder am Kopf befestigt sind. Durch das Schlagen der Geißel bewegt sich das S. mit einer Geschwindigkeit von ca. 3 mm pro Minute in Richtung Eizelle. Schon normalerweise sind 20 % der S. unbeweglich, eine krankhafte Störung mit verminderter Fruchtbarkeit wird ab einem Prozentsatz von 25 % angenommen

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Spannungskopfschmerz

Spannungskopfschmerz (syn.: Kopfschmerz vom Spannungstyp), beidseitiger, drückender, nicht klopfender Kopfschmerz ohne Übelkeit und Erbrechen, manchmal mit Lichtscheuheit oder Lärmempfindlichkeit verbunden. Der S. ist der häufigste Kopfschmerz, sein Auftreten wird begünstigt durch Stress, fieberhafte Infekte und Muskelfehlbelastungen. Körperliche Belastungen wie Gehen und Treppensteigen verstärken nicht die Schmerzintensität. Ein chronischer S. liegt vor, wenn an mehr als 15 Tagen im Monat Beschwerden bestehen.

Zur Therapie werden Acetylsalicylsäure (ASS, z.B. Aspirin®), Paracetamol (z.B. Ben-u-ron®), Ibuprofen (z.B. ibu-ratiopharm®) oder Naproxen (z.B. Naproxen AL®) empfohlen. Von Mischpräparaten wird wegen der möglichen Suchtentwicklung und des höheren Risikos von Nebenwirkungen abgeraten, der reinen Monosubstanz sollte der Vorzug gegeben werden. Schmerzmittel sollten auch nicht zu oft eingenommen werden, sie können selbst zur Ursache des sog. Schmerzmittelkopfschmerzes (Analgetikakopfschmerz) werden.

Zur Vorbeugung bei häufig auftretendem S. kommen Antidepressiva wie z.B. Amitryptilin (z.B. Saroten®) zum Einsatz, offensichtlich hemmen sie (unabhängig von ihrer antidepressiven Wirkung) spezielle schmerzauslösende Mechanismen im Gehirn.

Regelmäßiger Ausdauersport (Schwimmen, Joggen, Radfahren) von mindestens zwei oder drei halben Stunden pro Woche und Entspannungsübungen (Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson) sollen vorbeugende Wirkungen haben.

Neuro24.de

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Sonographie

ultraschall.jpgSonographie, apparative medizinische Untersuchungsmethode, bei der mit Hilfe von Ultraschall Schnittbilder des Körperinneren erzeugt werden.

Im Schallkopf werden piezo-elektrische Kristalle elektrisch angeregt, dadurch entstehen (für den Menschen unhörbare) Ultraschallwellen im Frequenzbereich von 2 bis 20 MHz. Die unterschiedlichen Gewebe, Hohlräume und Flüssigkeiten des Körperinneren reflektieren die Schallwellen jeweils unterschiedlich. Die reflektierten Schallwellen werden vom Ultraschallkopf wieder empfangen, nach digitaler Umrechnung erzeugt das Ultraschallgerät daraus ein Bild.

Die S. wird vor allem bei der Untersuchung des Bauchraums, der Schilddrüse, der weiblichen Brustdrüse, von Lymphknoten, Blutgefässen sowie Gelenken und in der Schwangerschaftsvorsorge eingesetzt.

Die Echokardiographie ist die S. des Herzens, sie wird standardmäßig transthorakal mit einer auf den Brustkorb aufgesetzten Sonde durchgeführt. Bei der transoesophagealen Echokardiografie (TEE, „Schluckecho“) wird der Schallkopf über die Speiseröhre wie bei einer Magenspiegelung bis in die Höhe des Herzens geführt, um die hinteren Abschnitte des Herzens (z. B. rechter Vorhof) besser darstellen zu können.

Bei der transvaginalen S. wird die Ultraschallsonde in die Scheide eingeführt, um Gebärmutter und Eierstöcke exakt zu beurteilen. Hochauflösende Ultraschalluntersuchungen der Prostata werden mit einer in den Enddarm eingeführten Sonde (transrektale S.) möglich.

Luft und Knochen reflektieren den Ultraschall fast vollständig, so dass dahinter liegende Organe nicht mehr beurteilt werden können. Luftgefüllte Hohlorgane wie Magen und Darm sind daher mittels S. schwer zu beurteilen.

Ultraschall in der diagnostischen Anwendung gilt nach heutigem Kenntnisstand als unschädlich, die S. wird daher oft als Screeningmethode und zur Verlaufskontrolle eingesetzt.

Bei Punktionen kann mit Hilfe der Sonografie die exakte Positionierung der Probennadel überprüft werden.

Unter Ausnutzung des Doppler-Effekts können Strömungsrichtung und Strömungsgeschwindigkeit des Blutes mit der Dopplersonografie untersucht werden. Die Messwerte werden bei anspruchsvolleren Geräten farbig kodiert und mit einem zweidimensionalen Bild überlagert, damit können z.B. Durchblutungsstörungen nachgewiesen werden.

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Sinusitis

Sinusitis, eine akute oder chronische Entzündung der Nasennebenhöhlen (NNH).

Ursachen

Eine S. entsteht meistens als Folge einer banalen Erkältung mit Schnupfen. Die Entzündung der Nasenschleimhaut durch Viren oder Bakterien breitet sich in die NNH aus. Eine Entzündung der Kieferhöhle (S. maxillaris) kann auch aus einer entzündeten Zahnwurzel entstehen.

Symptome und Diagnose

Typische Beschwerden der S. sind Fieber, Schmerzen im Kopf und im Gesicht und Verstärkung der Schmerzen beim Vornüberbeugen.

Die Diagnose ergibt sich aus der Vorgeschichte und den typischen Beschwerden. Manchmal sind die Röntgenuntersuchung und die Computertomographie erforderlich.

sinusitis.jpgEntzündung der rechten Kieferhöhle im Röntgenbild

Therapie

Kurzfristig gibt man (wegen der Gewöhnung maximal 14 Tage) abschwellende Nasentropfen. Bei Anzeichen für bakterielle Ursache werden Antibiotika eingesetzt. Kortisonhaltige Nasensprays helfen bei chronischer S., vor allem auf allergischer Grundlage. Bei fehlender Besserung Punktion der NNH und Spülung, bisweilen auch operative Maßnahmen zur Verbesserung des Sekretabflusses.

Komplikationen

Die S. kann in die Weichteile des Gesichts, in die Augen- oder in die Schädelhöhle durchbrechen, v.a. bei Kindern und Jugendlichen eine Entzündung (Osteomyelitis) des Gesichts- und Schädelknochens hervorrufen.

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