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Archive for Februar 24th, 2008

Ecstasy

ecstasy.jpgEcstasy ist die umgangssprachliche Bezeichnung für eine Gruppe von Substanzen, die als Verwandte des Amphetamins eine aufputschende und leicht halluzinogene Wirkung haben.

Ecstasy wird (illegal in Deutschland und den meisten Ländern der Welt) in Tablettenform gehandelt, die oft mit Tierfiguren, (Auto)markennamen, Smileys und ähnlichem verziert sind.

In Deutschland enthalten Ecstasypillen in über 95 % der vom Bundeskrimalamt 2005 analysierten Proben MDMA (3,4-Methylendioxymethamphetamin) und zwar rund 100 mg pro Tablette. MDA, MDE und MBDB sind Wirkstoffe mit ähnlicher Wirkung, die unter der Bezeichnung Ecstasy gehandelt werden.

PMA als Wirkstoff führt zu gefährlichen Überdosierungen, weil die psychische Wirkung geringer, die Effekte auf Herz, Kreislauf und Körpertemperatur aber ausgeprägter sind. PMA führt immer wieder zu Todesfällen bei Ecstasy-Usern, die der Meinung waren, MDMA geschluckt zu haben. Auch Ephedrin, Scopolamin und Atropin sind in den bunten Wachmachern zu finden und führen zu Komplikationen und Todesfällen.

Wirkungen

MDMA macht wach, steigert die Stimmung und Aufmerksamkeit, soll das Einfühlungsvermögen in andere Menschen und das Wahrnehmungsvermögen für eigene Gefühle schärfen. Die Wirkungen hängen sehr vom seelischen Zustand des Konsumenten ab und von der Umgebung, in der konsumiert wird. So kann Ecstasy auch zu Angstzuständen, Depressionen und Kontaktvermeidung führen. In Extremfällen führt E.-Gebrauch zu akuten Psychosen.

E. steigert den Blutdruck und die Herzfrequenz, erweitert die Pupillen, erhöht die Körpertemperatur („Ecstasy-Fieber“) und führt zu Schweißausbrüchen. Im Zusammenhang mit ausdauerndem Tanzen in warm-feuchter Umgebung (überfüllte Disco) können ausgeprägte Flüssigkeitsverluste zu Dehydration mit Volumenmangelschock und Leber- und Nierenversagen führen. Starke Steigerung der Körpertemperatur in Kombination mit spontaner Auflösung der Muskulatur (Rhabdomyolyse) ist ebenfalls eine notfallmedizinische Komplikation des E.-Gebrauchs. Häufig werden in der Fachliteratur auch Notfälle durch stark erhöhten Blutdruck mit entsprechenden Auswirkungen auf das Herz und das Gehirn sowie Herzrhythmusstörungen beschrieben.
Auch eine über das normale Maß gesteigerte Flüssigkeitsaufnahme – eine Hyperhydration – mit der Folge eines lebensbedrohlichen Hirnödems kommt als Folge des E.-Konsums vor.
Es existieren Fallberichte von akutem Leberversagen Tage bis Wochen nach dem letzten Ecstasykonsum, die Gründe hierfür sind noch unklar – es traf auch zuvor vermutlich lebergesunde Konsumenten.

Die Körpermuskulatur verspannt sich, am Kiefer kann dies zu unwillkürlichem Zähneknirschen und Zahnschäden führen.

Nach Abklingen der E.-Wirkung treten oft Depressionen, Unlust und Angstgefühle auf.

Dauerhafte Hirnschäden sehr wahrscheinlich

Obwohl noch große Unsicherheiten bestehen, scheint es nach dem aktuellen Stand der Forschung sehr wahrscheinlich, dass E.-Konsum dauerhafte Hirnschäden auslöst. Diese Schäden vermindern in erster Linie das Gedächtnis.

Affen entwickelten im Tierversuch eine Parkinsonerkrankung nach langfristiger Verabreichung von MDMA.

Ängstlichkeit, Depressionen und verstärkte Impulsivität sind weitere mögliche Spätfolgen.

Geschichte

MDMA wurde 1912 von Anton Köllisch, einem Chemiker der Firma Merck in Darmstadt zum ersten Mal synthetisiert. Es war ein Zufallsprodukt auf der Suche nach einem blutstillenden Mittel, die Firma ließ die Substanz routinemäßig patentieren, hatte aber keinen Verwendungszweck im Sinn.

MDMA geriet dannach viele Jahre in Vergessenheit, in den 1950ern testete die amerikanische Armee die Droge im Tierversuch.

-wird fortgesetzt-

Suchtzentrum.de: drugscouts

Drogenlexikon auf drugcom.de – allgemeine Infos zu Ecstasy

Partypack.de, die Seite der Drogenhilfe Köln zu Ecstasy

Ecstasy.org zeigt die Vielfalt an Ecstasy Pillen und ihre Inhaltsstoffe in den USA (engl.)

Informationen über Ecstasy-Fälschungen bei eve-rave.net aus Berlin

„Der Nervenarzt“, Ausgabe Mai 2002: Neurotoxische Langzeitschäden bei Ecstasy (MDMA)-Konsumenten

Zeitschrift für Gastroenterologie 8/2002: „Akutes Leberversagen nach dem Konsum von Ecstasy (MDMA)“

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