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Archive for the ‘Arzneimittel’ Category

170941_R_K_by_Paul-Georg-Meister_pixelio.deBild: © pqm auf pixelio.de

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hatte einen Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen (G-BA) bekommen: Es sollte beurteilen, ob drei neuere Medikamente gegen Depression gut wirken und dabei vertretbare Nebenwirkungen aufweisen. Die drei Medikamente enthalten jeweils den Wirkstoff Reboxetin, Mirtazapin und Bupropion XL. Die Handelsnamen lauten: Edronax® für das Reboxetin von Pfizer, Remergil ® für das Mirtazapin von Essex Pharma (auch als „Generikum“ verfügbar) und das Elontril® (Bupropion XL) von GlaxoSmithKline.

Pfizer: Nur die positiven Ergebnisse weitergegeben?

Sichtlich verärgert sind die Wissenschaftler des IQWiG über die Haltung der Firma Pfizer: Die Firma gab nur 9 der durchgeführten 16 Studien weiter. Natürlich ist anzunehmen, dass in den zurückgehaltenen restlichen 7 Edronax® nicht so gut abgeschnitten hat, sich vielleicht sogar als wirkungslos oder schädlich herausgestellt hat. Der Leiter des Instituts, Professor Peter T. Sawicki meint dazu:

„Irreführung durch Verschweigen ist kein Kavaliersdelikt. Ohne vollständige Information können Patienten im Extremfall sogar nutzlose Behandlungen erhalten.“

Auch beim Wirkstoff Mirtazapin, entwickelt von der Firma Essex Pharma, ist sich das IQWiG nicht so ganz sicher, ob alle Daten weitergeleitet wurden. Korrekt verhielt sich lediglich GlaxoSmithKline: Die Pharmafirma gab alle Daten weiter, das Antidepressivum Elontril® mit dem Wirkstoff Bupropion XL wurde positiv beurteilt.

Gesetzliche Regelung in Deutschland überfällig

Übrigens: Die USA seien hier schon viel weiter, sagt der Leiter des Instituts, Peter Sawicki. Dort müssten seit dem Jahre 2008 alle Studien, auch die negativen, über ein Arzneimittel von den forschenden Firmen offen gelegt werden. Eine solche Regelung sei für Deutschland und Europa längst überfällig.

Quellen

IQWiG – Pressemitteilung: 10.06.2009
Pfizer hält Studien unter Verschluss
Arzneimittelhersteller behindert die bestmögliche Behandlung von Patienten mit Depression

Stationäre Aufnahme: Pfizer hält Studiendaten unter Verschluss

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ArzneimittelHeute erschien der neue Arzneimittelreport der Gmünder Ersatzkasse (GEK) 2009, der die Arzneimittelausgaben der Ersatzkasse im Jahr 2008 analysiert. Das Resultat: Die Ausgaben für Arzneimittel stiegen auch im letzten Jahr wieder kräftig, diesmal um 9 %.

Hauptursache sind die Kostensteigerungen durch die sogenannten „Biologicals“. Biologicals sind biotechnologisch hergestellte Arzneimittel gegen Rheuma, Krebs oder Multiple Sklerose. In vielen Fällen, in denen herkömmliche Präparate nicht ausreichend wirken, entfalten sie eine segensreiche Wirkung.

Professor Gerd Glaeske von der Uni Bremen, Hauptautor der Studie, meint dazu:

„Dass die Pharma-Unternehmen ihre Preise noch immer selbst festlegen dürfen, wirkt auf die Versorgung der Gesetzlichen Krankenversicherung systemsprengend.“

Der Versorgungsforscher Glaeske fordert, dass kein Arzneimittel mehr ohne Preisverhandlung auf dem GKV-Markt zugelassen wird.

Mir kommt der Gedanke: Geht vielleicht die jetzige Kostendämpfungspolitik, die jeden einzelnen Patienten und jeden Arzt unter unerträglichen Druck setzt, nicht in die völlig falsche Richtung? Soll hier nur die Feigheit der Politik verdeckt werden, den wirklichen Ursachen der immensen Kostensteigerungen bei den Arzneimitteln durch entsprechende Gesetzgebung entgegen zu wirken?

Quelle

Pressemitteilung der GEK zum Arzneiverordnungsreport 2009

Bild: ©Gloekchen auf pixelio.de

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Turmbau zu Babel

Zweiundsiebzig verschiedene Sprachen, das war die göttliche Strafe für die Überheblichkeit der Menschen, die sich im Turmbau zu Babel zeigte. Das Pfingstwunder soll diese babylonische Sprachverwirrung überwunden haben. Kein Wunder zeigte sich in diesem Jahr zu Pfingsten bei einem der Dokumente, mit der der Vertragsarzt (früher: Kassenarzt) schon seit über 15 Jahren leben muss und das wahrlich mehr Verwirrung als Klarheit schafft. Die Rede ist von den Arzneimittelrichtlinien, die zum 1.4.2009 weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit eine neue Fassung erhalten haben.

Was regeln die Arzneimittelrichtlinien?

Die Arzneimittelrichtlinien werden vom Gemeinsamen Bundesausschuss erlassen und regeln verbindlich, was der Arzt seinen Patienten, die in den gesetzlichen Krankenkassen versichert sind, an Medikamenten verschreiben darf.

Dagegen kann man erst mal gar nichts einwenden – völlig klar, das nicht jeder alles verschreiben kann, was und wie viel er will. Wo ist also das Problem? Das Problem liegt in der absoluten unklaren, sprachlich schwammig und unnötig komplizierten, verzettelten Form.

Kommt die Krankenkasse zu der Ansicht, ein Arzt habe sich mit seiner Verordnung von Medikamenten nicht an die Arzneimittelrichtlinie gehalten, so stellt sie einen Regressantrag gegen den Arzt. Der Arzt kann dem widersprechen, kommt die zuständige Prüfungsstelle zu der Meinung, die Krankenkasse habe Recht, dann muss der Arzt die Medikamente, die er seinem Patienten verschrieben hat, aus eigener Tasche bezahlen.

Die Krankenkassen stellen die Anträge oft Jahre später, das gibt dann eine größere Ausbeute – so kann man dem Arzt Verordnungen mehrer Jahre von seinem Honorar abziehen.

Natürlich hat der Arzt die Möglichkeit, vor dem Sozialgericht zu klagen. Das kostet Geld und Zeit. Im Zweifelsfall wird er bei einer Summe von einigen hundert Euro zähneknirschend bezahlen, das nächste Mal wird er bei der Verordnung eben ein bisschen vorsichtiger sein als bisher – und genau das wollte die Krankenkasse ja auch erreichen.

Verwirrende Sprache in 12 Anlagen

Sie können hier den ganzen Text der Richtlinie herunterladen und werden sich zunächst wundern: Was will der denn? Na klar, die ganze Richtlinie hat nur 38 Seiten – der Teufel steckt im Detail und hier heißt das Detail „Anlagen“. Davon gibt es 12, elf offizielle und auch die sogenannte „Negativliste“ ist noch als zwölfte Anlage beigefügt.

Interessant für die tägliche Arbeit sind für mich vier: Die Anlage 1 mit dem Titel „OTC-Übersicht“, die Anlage 3 – „Übersicht über Verordnungseinschränkungen und – ausschlüsse“ – , die Anlage 4: “ Therapiehinweise“ und die „Negativliste“.

Die Anlage 1 mit dem harmlosen Titel ist gar nicht das, was sie vorgibt zu sein. Sie ist eben keine OTC-Übersicht. „OTC“, das ist Englisch und heißt „Over the Counter“, „über den Ladentisch“. Es bezieht sich auf Medikamente, die zwar apothekenpflichtig, aber nicht verschreibungspflichtig sind, sie können diese Medikamente also ohne Rezept in der Apotheke kaufen.

Medikamente, die nicht verschreibungspflichtig sind, können nicht mehr auf Kassenrezept verordnet werden. Aber es gibt Ausnahmen und die sind in der „OTC – Übersicht“ auf 5 Seiten in 46 Punkten zusammengefasst. Da steht dann also z.B. drin, dass Abführmittel, die ja in der Regel rezeptfrei in der Apotheke zu kaufen sind, bei Therapie mit Morphinpräparaten auch zu Lasten der Krankenkasse verordnet werden dürfen. Oder Eisenpräparate bei gesicherter Blutarmut durch Eisenmangel und vieles anderes mehr.

Die sogenannte „OTC-Übersicht“ gibt also die Ausnahmen vor, bei denen ich als Vertragsarzt meinen Patienten Medikamente auf Kassenrezept verschreiben darf, die nicht verschreibungspflichtig sind.

Weiter geht’s zum nächsten Anhang, sprich zur nächsten Liste, ich darf den Titel ausnahmsweise mal in ganzer Länge zitieren:

Anlage III – Übersicht über Verordnungseinschränkungen und -ausschlüsse in der Arzneimittelversorgung durch die Arzneimittel-Richtlinie und aufgrund anderer Vorschriften (§ 34 Abs. 1 Satz 6 und Abs. 3 SGB V) sowie Hinweise zur wirtschaftlichen Verordnungsweise von nicht verschreibungspflichtigen Arzneimitteln für Kinder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr und für Jugendliche mit Entwicklungsstörungen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr

(Und das ist nur der Titel… 🙂 )

Auch hier finden sich eine ganze Reihe von Vorschriften, die sinnvoll, manchmal selbstverständlich erscheinen. Andere sind recht unverständlich und allgemein gehalten. Andere Regeln wiederum stellen geradezu eine Unverschämtheit dar. So fordert die Arzneimittelrichtlinie bei der Verordnung von alkoholhaltigen Arzneimitteln an Kinder vom Arzt das Studium der Fachinformation und der Gebrauchsinformation (des sogenannten Beipackzettels). Sollte sich hier ein Warnhinweis finden, dann darf dieses Mittel nicht zu Lasten der Krankenkassen verordnet werden.

„Warum denn nicht? Alkohol in Arzneimitteln für Kinder, das ist doch schädlich, oder etwa nicht ?“, werden Sie jetzt vielleicht fragen. Und ich möchte Ihnen darin völlig zustimmen!

Pflanzliche Arzneimittel wieder besonders betroffen

Bloß: Warum werden diese Arzneimittel dann nicht generell für Kinder verboten? Beipackzettel und Fachinformationen ändern sich. Wie soll ich als Arzt in fünf Jahren, wenn der Regressantrag der Krankenkasse eintrifft, nachweisen, wie der Beipackzettel und die Fachinformation vor fünf Jahren ausgesehen hat? Völlig aussichtslos, besser ist es da wohl auf alle Arzneimittel zu verzichten, die auch nur die geringste Menge Alkohol enthalten. Schade nur, dass davon in erster Linie pflanzliche Arzneimittel betroffen sind, also solche, die man gerne bei Kindern als ersten Versuch bei der Behandlung von Husten und Schnupfen einsetzt. Pflanzliche Arzneien benötigen oft Alkohol, um den Wirkstoff aus der Pflanze zu lösen. Der Alkohol ist also nicht im Hustensaft, um die Kinder besoffen zu machen.

Keine Mittel gegen Durchfall mehr

Durchfallmittel dürfen generell nicht mehr auf Kassenrezept verordnet werden, auch nicht für Säuglinge und Kleinkinder. Ausnahmen sind Präparate mit dem Hefepilz Saccharomyces boulardii oder Elektrolytmischungen, beides aber nur bis zum Alter von 12 Jahren. Alle anderen Patienten werden sich in Zukunft ihre Durchfallmittel selber kaufen müssen. Das gleiche gilt für Rheumamittel zum Einreiben, aber auch für Salben gegen Prellungen und Schwellungen.

Lustig finde ich die Tatsache, dass der Hefepilz Saccharomyces boulardii nun extra als Ausnahme für Kinder aufgenommen wurde. Noch bis vor kurzem machten große Krankenkassen Jagd auf Hausärzte, die solche Präparate (z.B. Perenterol®, Perocur ®, Santax®, Floratil® oder Yomogi®) ihren kleinen Patienten verschrieben haben. Eingeleitet wurden Arzneimittelregresse wegen des vermeintlichen Verstoßes gegen die Arzneimittelrichlinien.

Beruhigungsmittel (die Richtlinie spricht von „Tranquilantien“) dürfen nur noch für vier Wochen auf Kassenrezept verordnet werden. Durchblutungsfördernde Mittel sind mit wenigen Ausnahmen ebenfalls ausgeschlossen. Auch Mittel gegen niedrigen Blutdruck gibt es ab 1.4.2009 nicht mehr auf Kassenrezept.

Homöopathie hatte die bessere Lobby

Homöopathische Mittel dürfen übrigens auch nach dieser neuen Arzneimittelrichtlinie eingesetzt werden. Auch dann, wenn nicht nachgewiesen wurde, dass die wirksam sind. Auch dann, wenn sie, nicht verschreibungspflichtig sind. Für pflanzliche Arzneimittel gilt dies nicht: Nur Johanniskraut hochdosiert bei Depressionen und Ginko-Extrakt bei Durchblutungsstörungen haben es geschafft, alles andere muss der Patient selbst bezahlen.

Weiter geht’s zur nächsten Anlage. Die Therapiehinweise nach Nummer IV umfassen 138 Seiten und ich muss gestehen, ich habe sie noch nicht komplett gelesen. Aber alles, was ich gelesen habe, kommt mir bekannt und vernünftig vor. Die letzte Anlage, die ich tagtäglich brauche, ist die Negativliste. Die Negativliste ist in meinem Praxiscomputersystem eingearbeitet. Sofort poppt ein Fenster auf, wenn ich ein Präparat aus dieser Liste verordnen möchte. Ganz überwiegend landen in der Negativliste nur Präparate, die offensichtlich keine Wirksamkeit entfalten. (Wenn man von einem von mir, vielen meiner Patienten und Kollegen hochgeschätzten Präparat gegen Wadenkrämpfe absieht.)

Warum keine Positivliste ?

38 Seiten Vorschriften, dazu mehrere Hundert Seiten Anlagen, muss das sein? Wird die Arbeit in der Praxis wirklich besser, wenn der Arzt mehrmals täglich nacheinander mehrere Dokumente mit teilweise unverständlichen Formulierungen durchsehen muss, bevor er entscheiden kann, welches Medikament er auf Kassenrezept verordnen darf?

Sollte sich nicht jeder Arzt besser mit seinen Patienten oder sinnvoller Fortbildung in seinem Fachgebiet beschäftigen, anstatt dicke Packen Papier voller Paragrafen vor jeder Verordnung zu wälzen ?

Die Lösung ist ganz einfach: Der Gemeinsame Bundesausschuss beschließt eine Positivliste. Dort sind alle Medikamente versammelt, die der Vertragsarzt seinen Kassenpatienten verschreiben darf. Diese Positvliste wird ganz einfach in die Praxisprogramme eingefügt. Alle Ärzte können sofort entscheiden, was sie aufschreiben dürfen und was nicht.

Bürokratie abbauen? Nein danke!

Auch die Kassenärztlichen Vereinigungen, die zur Zeit eine Unmenge von Anfragen bearbeiten müssen, wären erheblich entlastet. Das gleiche gilt für Prüfungsausschüsse und Sozialgerichte.

Bürokratie abbauen – das fordern alle Politiker in ihren Sonntagsreden. Die Wirklichkeit sieht anders aus, der bürokratische Aufwand auch in der Arztpraxis wird leider täglich grösser, die neue Arzneimittelrichtlinie ist ein weiterer Schritt in die falsche Richtung.

Quellen

Bild: „Der Turmbau zu Babel“ von Pieter Brueghel dem Älteren, 1563

Gemeinsamer Bundesauschuss – Arzneimittelrichtlinien und Anlagen

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Jabobskreuzkraut

Foto: Jakobskreuzkraut in voller Blüte Christian Fischer, cc.Lizenz 2.5

Die Schwangere in Baden-Würtemberg hatte einen pflanzlichen Tee getrunken, zur „Steigerung der Immunabwehr“ – wenige Tage nach der Geburt starb ihr neu geborenes Kind an akutem Leberversagen. Der Tee enthielt „Pyrrolizidinalkaloide“, eine Gruppe giftiger Substanzen, die von vielen Pflanzen gebildet wird, von Unkräutern wie dem Jakobskreuzkraut, aber auch von Heilkräutern wie dem Huflattich, der Pestwurz und dem Beinwell. Maximal ein Mikrogramm (ein tausendstel Gramm) sollte ein Mensch am Tag davon aufnehmen, sagt der Gesetzgeber. Für Schwangere sollte die Menge noch geringer ausfallen, in keinem Fall sollten pflanzliche Arzneimittel mit Verunreinigungen aus dieser Gruppe giftiger Substanzen länger als vier bis sechs Wochen eingenommen werden.

Massenvergiftung in Äthiopien

Die Schwangere, deren tragischer Fall in den letzten Tagen durch alle Zeitungen gemeldet wurde, hatte den Tee wohl nicht in der Apotheke gekauft. Dies vermutet zumindest Helmut Wiedenfeld, Pharmazeut an der Uni Bonn. Wiedenfeld forscht schon seit über 20 Jahren über die giftigen Inhaltsstoffe der sogenannten Kreuzkräuter und ihrer Verwandten. So konnte er kürzlich eine Massenvergiftung in Nord-Äthiopien aufklären. Dort wucherte das Jakobskreuzkraut als Unkraut auf Getreidefeldern. So gelangte sein heimtückisches Gift in Brot und Bier, mehrere hunderte Erwachsene starben.

Überall wuchert das giftige Kraut

Wiedenfeld sieht das Jakobskreuzkraut mittlerweile massenhaft an Wegrändern und auf Viehweiden wuchern, er sah schon „Kühe in Niedersachsen und Hessen bis zum Bauch im Jakobskreuzkraut stehen“. Kein Wunder: Es wurde noch bis vor kurzem bewusst zur Begrünung von Brachflächen angesät, weil es sehr genügsam ist und so schön blüht. In England und der Schweiz ist das Auftreten des giftigen Krautes dagegen schon meldepflichtig. Manche vermuten, der Klimawandel trage zur massenhaften Verbreitung des giftigen gelben Krauts bei.

Leberschäden und Leberkrebs

Das Heimtückische an den Giften des gelb blühenden und bis zu 1,5 m hohen Krautes: Sie werden erst in der Leber zu Giften umgewandelt. Schon in geringsten Mengen führen die Giftstoffe zu Leberschäden, bei dem oben erwähnten Neugeborenen führte Leberversagen zum Tode wenige Tage nach der Geburt. Aber auch Leberkrebs kann durch die Pyrrolizidinalkaloide hervorgerufen werden.

Ebenso wie Menschen sterben auch Kühe und Pferde nach dem Genuss des giftigen Krauts.

Meine Empfehlungen: Auch pflanzliche Arzneimittel haben Nebenwirkungen, manchmal sogar lebensgefährliche. Nehmen Sie keine Arzneimittel, auch keine Kräutertees ein, wenn Sie keine Beschwerden haben. (Die Immunabwehr z.B. lässt sich mit keinem Medikament steigern.)

Sprechen Sie über die Einnahme mit Ihrem Arzt, vor allem wenn Sie schwanger sind oder wenn es sich um Kinder handelt.

Quellen

Süddeutsche Zeitung vom 23.05.09: „Die tödliche Menge Jakobskreuzkraut“

Organische Chemie.ch: „Pyrrolizidin-Alkaloide gefährden tierische und menschliche Ernährung“

Homepage Helmut Wiedenfeld, Pharmazeut an der Uni Bonn

Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen: „Vorsicht vor dem Jakobskreuzkraut“

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GichtDas Ergebnis einer sehr gründlichen Untersuchung über den Zusammenhang von Vitamin-C-Konsum und Gicht veröffentlichte jetzt eine kanadisch-amerikanische Forschergruppe in einer angesehenen amerikanischen Fachzeitschrift.

Die Autoren untersuchten mehr als 46.000 Männer, die meist in Gesundheitsberufen arbeiteten, über den langen Zeitraum von 20 Jahren. Sie fanden dabei heraus, dass die Einnahme von Vitamin C – egal ob aus natürlichen Quellen oder als Tablette oder Pulver – wirkungsvoll vor dem schmerzhaften Gichtanfall schützen kann.

Dabei bestand ein klarer Zusammenhang zwischen der Vitamin-C-Dosis und der Schutzwirkung: Alles unter 500 mg war wirkungslos, wer aber mehr als 1500 mg Vitamin C täglich schluckte, der reduzierte sein Risiko um beachtliche 45 %. (Bis zu 2000 mg, also 2 g Vitamin C scheinen nach heutigen Erkenntnissen auch langfristig unschädlich zu sein.)

Üblicherweise verschreibt der Arzt Patienten mit erhöhten Harnsäurewerten, die ein starkes Risiko für einen Gichtanfall haben, Allopurinol.

Allopurinol ist im allgemeinen gut verträglich, es kann aber in seltenen Fällen zu Magen-Darm-Beschwerden und zu Blutbildveränderungen führen. Gefürchtet ist das sehr seltene, aber lebensbedrohliche Lyell-Syndrom, bei dem sich die Haut am ganzen Körper ablöst, als sei sie verbrüht.

Vielleicht stellt Vitamin C in Zukunft die besser verträgliche Alternative zum Allopurinol dar? Dies müssten direkte Vergleichsstudien in Zukunft erweisen, aber reichlich Vitamin C kann Gicht – gefährdeten Patienten schon heute empfohlen werden.

Quelle

Arcives of Internal Medicine: Vol. 169 No. 5, March 9, 2009, Vitamin C Intake and the Risk of Gout in Men

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Guillaume Depardieu, der Sohn des berühmten französischen Schauspielers Gérard Depardieu starb kürzlich in Paris an einer Lungenentzündung. In 90 % der Fälle wird eine solche Pneumonie, wie die Lungenentzündung im Fachjargon genannt wird, durch Bakterien, am häufigsten durch Pneumokokken verursacht – kleine kugelige Krankheitserreger. Ihren Namen verdanken sie ihrer Form: kokkos heißt im griechischen Beere und die Vorsilbe Pneumo deutet auf die Lungenentzündung als häufige Erkrankung durch die kleinen Kugeln an.

Besonders gefährlich für kleine Kinder und alte Menschen

Pneumokokkenerkrankungen sind besonders gefährlich für kleine Kinder und sehr alte Menschen, natürlich auch für solche, die durch Krankheiten wie Diabetes etc. in ihrer Abwehr geschwächt sind. Pneumokokken verursachen nicht nur Lungenentzündungen, sondern auch Gehirnhautentzündung und Sepsis (Blutvergiftung). Eher „harmlosere“ Erkrankungen durch Pneumokokken sind Sinusitis (Nebenhöhlenentzündung) und Otitis media (Mittelohrentzündung).

Harmlose Pneumokokken im Rachenraum

Der Nachweis von Pneumokokken in einem Abstrich des Rachens bedeutet aber nicht, dass der Betroffene jetzt schwer erkrankt ist – Pneumokokken kommen auch als ganz normale Besiedler des Nasenrachenraums vor.

Impfung für Risikogruppen

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine Impfung gegen Pneumokokken für Kinder bis zum Alter von 2 Jahren und für alle Menschen über 60 sowie für alle, die durch eine Vorerkrankung wie Diabetes, Leukämie, Asthma oder AIDS besonders gefährdet sind.

90 Sorten Pneumokokken

Pneumokokken existieren in über 90 bekannten Varianten, sogenannten Serotypen, die Impfung schützt gegen die häufigsten von ihnen. Bruchstücke von insgesamt sieben verschiedenen Stämmen sind in der heute erhältlichen Kinderimpfung zusammengefasst. Die Impfung für Erwachsene gibt Schutz für 23 verschiedene Pneumokokken-Stämme.

Serotyp 19A: Die bösen Kokken nehmen überhand

Allerdings taucht jetzt ein neues Problem auf: Gerade in den Regionen der Vereinigten Staaten, in denen (Kinder) am häufigsten geimpft wurde, tauchen besonders aggressive Pneumokokken der Serogruppe 19A auf. Dumm, das die heute gängige Kinderimpfung diesen Typ nicht umfasst. Dumm auch, dass gerade diese Untergruppe sich als sehr resistent gegen die Impfung erweist.

Alexander S. Kekulé, der Direktor des Instituts für Mikrobiologie an der Universität Halle (Saale) glaubt nicht, dass es Zufall ist, dass die aggressiven Infektionen durch die Gruppe 19A gerade dort zugenommen haben, wo die meisten Kinder gegen Pneumokokken geimpft wurden.

Er glaubt eher an einen Verdrängungswettbewerb: Die Impfung habe die harmlosen Pneumokokken aus dem Nasen- und Rachenraum verdrängt, danach war dann mehr Platz für die bösen.

Aber dies ist nichts mehr als eine Vermutung.

Zulassung für neuen Impfstoff beantragt

In den USA wurde bereits die Zulassung eines neuen Kinderimpfstoffs mit Schutzwirkung gegen die Gruppe 19A – Pneumokokken beantragt.

Mal sehen, was sich die Pneumokokken dann „einfallen“ lassen….

In dem in Deutschland für Erwachsene zugelassenen Pneumokokkenimpfstoff ist der Serotyp 19A allerdings bereits enthalten.

Quellen

„Kugelförmige Killer“ – Alexander S. Kekulé kommentiert im Tagesspiegel

Robert Koch-Institut in Berlin: PneumoWeb: Laborsentinel invasiver Pneumokokken-Erkrankungen

Robert Koch-Institut in Berlin: Pneumokokken-Infektionen

Pressemitteilung der Wyeth-Lederle Pharma GmbH über neuen Pneumokokkenimpfstoff

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Things are different today,
I hear evry mother say
Cooking fresh food for a husbands just a drag
So she buys an instant cake and she burns her frozen steak
And goes running for the shelter of a mothers little helper
And two help her on her way, get her through her busy day

Doctor please, some more of these
Outside the door, she took four more
What a drag it is getting old

(Rolling Stones: Mothers Little Helper)

Benzodiazepine bilden eine Gruppe von Medikamenten, die zur Behandlung von Angstzuständen, Schlafstörungen, Krampfanfällen und Muskelverspannungen eingesetzt werden. Zur Einleitung von Narkosen oder zur Beruhigung bei lästigen Untersuchungen wie Magen- oder Darmspiegelungen kommen intravenöse Benzodiazepine zum Einsatz.

1957 wurde der erste Vertreter dieser Gruppe – das Chlordiazpeoxid – durch Zufall entdeckt und 1960 unter dem Handelsnamen Librium® auf den Markt gebracht. Kurze Zeit später folgte das Diazepam, als Valium® bald der absatzstärkste Vertreter der Substanzgruppe.

Heute verzeichnet die Rote Liste mehr als 100 verschiedene Benzodiazepinpräparate. Sie unterscheiden sich nicht prinzipiell in ihren Wirkungen sondern nur in der Pharmakokinetik – in der Schnelligkeit des Wirkungseintritts oder der Wirkdauer zum Beispiel.

Wie wirken die Benzodiazepine?

Benzodiazepine verstärken die Wirkung einer körpereigenen Substanz, des Nervensignalstoffs (Neurotransmitters) Gamma – Amino – Buttersäure (GABA). Dadurch wird auch die Wirkung anderer Neurotransmitter wie Noradrenalin und Serotonin beeinflusst.

Müde, ohne Angst, aber auch ohne Interesse

Benzodiazepine entspannen, machen müde, vertreiben Angst und Sorgen, führen aber auch zu Interesselosigkeit, vermindertem sexuellem Antrieb und dadurch ausgelösten Partnerschaftskonflikten.

Alte Menschen stürzen häufiger

Besonders bei älteren Patienten können Benzodiazepine zu Stürzen führen. Auch lösen sie bisweilen Aggression und Verwirrung aus – besonders häufig ebenfalls bei Älteren.

Viele Substanzen aus dieser Gruppe werden im Körper des Menschen zu wirksamen Stoffwechselprodukten umgewandelt, dadurch ergibt sich bei vielen Präparaten eine extrem lange Wirkdauer von mehreren Tagen.

Jeder zehnte Deutsche nimmt eins

10 bis 17 % aller Deutschen nehmen wenigstens einmal im Jahr ein Medikament aus der Gruppe der Benzodiazepine, 1 bis 2 % nehmen es länger als ein Jahr ein. Auf 1,7 Millionen schätzt die Deutsche Hauptstelle gegen Suchtgefahren die Zahl der medikamentenabhängigen Deutschen, die meisten davon sind abhängig von Benzodiazepinen.

Einsatz als Psychopharmakon – für kurze Zeit gut wirksam

Akute Erregungs- und Angstzustände lassen sich oft ganz hervorragend und ohne schwerwiegende Nebenwirkungen mit Benzodiazepinen behandeln. Das geht aber nur für kurze Zeit – der Körper gewöhnt sich sehr schnell an die Wirkung. Außerdem entwickeln sich recht schnell Abhängigkeit und Sucht, schon nach zwei Wochen kann es soweit sein. Schließlich helfen die Medikamente nicht mehr, sie werden nur noch eingenommen, um quälende Entzugserscheinungen zu vermeiden.

Schlafmittel: Nicht länger als 14 Tage

Benzodiazepine als Schlafmittel sind ein gewaltiger Fortschritt gegenüber den früher oft verwendeten Barbituraten. Sie sind weitaus besser verträglich als ihre Vorgänger – Selbsttötung mit „Benzos“ ist kaum noch möglich, mit Barbituraten war dies an der Tagesordnung.

Zur Behandlung von Schlafstörungen sollten Benzodiazepine nicht länger als 14 Tage eingenommen werden. Am besten von vornherein nur jeden zweiten Tag eine Tablette nehmen, oder vielleicht nur einmalig eine, um vornherein die Abhängigkeitsgefahr so gering wie möglich zu halten.

Ist die Wirkdauer zu lang, steigt vor allem bei älteren Menschen das Risiko eines Sturzes. Zu kurz wirksame B. haben bisweilen sehr unangenehme Nebenwirkungen wie aggressives Verhalten, plötzliches Aufwachen und Erinnerungsverlust.

Die Schlafqualität wird immer verschlechtert – ein gewisser ‚hangover‘, eine Tagesmüdigkeit ist nie ganz zu vermeiden.

Zur Behandlung der Epilepsie und zur Muskelentspannung

Epileptische Anfälle werden akut oft mit einem Benzodiazepinpräparat wie Diazepam i.v. oder rektal behandelt. Bei chronischer Epilepsie kommt Clonazepam zum Einsatz.

Tetrazepam wird oft bei Verspannungszuständen der Muskulatur eingesetzt, ob es einen Vorteil gegenüber dem preiswerteren Diazepam hat, ist noch umstritten. Natürlich besteht auch beim Einsatz als Muskelentspannungsmittel eine Suchtgefahr.

Über eine Million Abhängige

Abhängigkeit von B. ist sehr häufig, über eine Million Deutsche sind betroffen. Am häufigsten ist die Niedrigdosisabhängigkeit – über Jahre hinaus wird eine übliche therapeutische Dosis genommen, der Körper hat sich an die Wirkung gewöhnt (eine Toleranz entwickelt). Das Mittel wirkt also gar nicht mehr wie früher, der Süchtige kann aber nicht ohne auskommen, weil er die Entzugserscheinungen: Unruhe, Angst und Schlafstörungen fürchtet.

Viel seltener ist die primäre Hochdosisabhängkeit, bei der schnell auf hohe Dosen gesteigert wird. Von einer sekundären Abhängigkeit spricht man, wenn die B.-Sucht zu einer anderen Sucht hinzutritt – z.B. wenn das B. die Entzugssymptome beim Alkoholentzug mildern sollte oder der Ecstasy-Freak das Benzo als „Downer“ brauchte, um endlich wieder etwas Ruhe nach dem Dauertanz zu finden.

Gefährlicher Entzug

Der Entzug vom Benzodiazepin sollte nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen, die Entzugserscheinungen können sehr gravierend sein: Krampfanfälle, Selbstmordneigung, Unruhe, starke Angstgefühle. In der Regel wird die Dosis langsam reduziert, um Zwischenfälle möglichst zu vermeiden.

Quellen

Deutsche Hauptstelle gegen Sucht: Medikamente (dort Faltblatt Benzodiazepine als PDF-Datei abrufbar

Ärztekammer Schleswig Holstein, Hans Wille: Benzodiazepine – praktische Tipps

suchtzentrum.de: Benzodiazepine

Epilepsienetz.de: Benzodiazepine im Einsatz gegen Epilepsie

Bild: © Helga7 auf pixelio.de

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Ecstasy

ecstasy.jpgEcstasy ist die umgangssprachliche Bezeichnung für eine Gruppe von Substanzen, die als Verwandte des Amphetamins eine aufputschende und leicht halluzinogene Wirkung haben.

Ecstasy wird (illegal in Deutschland und den meisten Ländern der Welt) in Tablettenform gehandelt, die oft mit Tierfiguren, (Auto)markennamen, Smileys und ähnlichem verziert sind.

In Deutschland enthalten Ecstasypillen in über 95 % der vom Bundeskrimalamt 2005 analysierten Proben MDMA (3,4-Methylendioxymethamphetamin) und zwar rund 100 mg pro Tablette. MDA, MDE und MBDB sind Wirkstoffe mit ähnlicher Wirkung, die unter der Bezeichnung Ecstasy gehandelt werden.

PMA als Wirkstoff führt zu gefährlichen Überdosierungen, weil die psychische Wirkung geringer, die Effekte auf Herz, Kreislauf und Körpertemperatur aber ausgeprägter sind. PMA führt immer wieder zu Todesfällen bei Ecstasy-Usern, die der Meinung waren, MDMA geschluckt zu haben. Auch Ephedrin, Scopolamin und Atropin sind in den bunten Wachmachern zu finden und führen zu Komplikationen und Todesfällen.

Wirkungen

MDMA macht wach, steigert die Stimmung und Aufmerksamkeit, soll das Einfühlungsvermögen in andere Menschen und das Wahrnehmungsvermögen für eigene Gefühle schärfen. Die Wirkungen hängen sehr vom seelischen Zustand des Konsumenten ab und von der Umgebung, in der konsumiert wird. So kann Ecstasy auch zu Angstzuständen, Depressionen und Kontaktvermeidung führen. In Extremfällen führt E.-Gebrauch zu akuten Psychosen.

E. steigert den Blutdruck und die Herzfrequenz, erweitert die Pupillen, erhöht die Körpertemperatur („Ecstasy-Fieber“) und führt zu Schweißausbrüchen. Im Zusammenhang mit ausdauerndem Tanzen in warm-feuchter Umgebung (überfüllte Disco) können ausgeprägte Flüssigkeitsverluste zu Dehydration mit Volumenmangelschock und Leber- und Nierenversagen führen. Starke Steigerung der Körpertemperatur in Kombination mit spontaner Auflösung der Muskulatur (Rhabdomyolyse) ist ebenfalls eine notfallmedizinische Komplikation des E.-Gebrauchs. Häufig werden in der Fachliteratur auch Notfälle durch stark erhöhten Blutdruck mit entsprechenden Auswirkungen auf das Herz und das Gehirn sowie Herzrhythmusstörungen beschrieben.
Auch eine über das normale Maß gesteigerte Flüssigkeitsaufnahme – eine Hyperhydration – mit der Folge eines lebensbedrohlichen Hirnödems kommt als Folge des E.-Konsums vor.
Es existieren Fallberichte von akutem Leberversagen Tage bis Wochen nach dem letzten Ecstasykonsum, die Gründe hierfür sind noch unklar – es traf auch zuvor vermutlich lebergesunde Konsumenten.

Die Körpermuskulatur verspannt sich, am Kiefer kann dies zu unwillkürlichem Zähneknirschen und Zahnschäden führen.

Nach Abklingen der E.-Wirkung treten oft Depressionen, Unlust und Angstgefühle auf.

Dauerhafte Hirnschäden sehr wahrscheinlich

Obwohl noch große Unsicherheiten bestehen, scheint es nach dem aktuellen Stand der Forschung sehr wahrscheinlich, dass E.-Konsum dauerhafte Hirnschäden auslöst. Diese Schäden vermindern in erster Linie das Gedächtnis.

Affen entwickelten im Tierversuch eine Parkinsonerkrankung nach langfristiger Verabreichung von MDMA.

Ängstlichkeit, Depressionen und verstärkte Impulsivität sind weitere mögliche Spätfolgen.

Geschichte

MDMA wurde 1912 von Anton Köllisch, einem Chemiker der Firma Merck in Darmstadt zum ersten Mal synthetisiert. Es war ein Zufallsprodukt auf der Suche nach einem blutstillenden Mittel, die Firma ließ die Substanz routinemäßig patentieren, hatte aber keinen Verwendungszweck im Sinn.

MDMA geriet dannach viele Jahre in Vergessenheit, in den 1950ern testete die amerikanische Armee die Droge im Tierversuch.

-wird fortgesetzt-

Suchtzentrum.de: drugscouts

Drogenlexikon auf drugcom.de – allgemeine Infos zu Ecstasy

Partypack.de, die Seite der Drogenhilfe Köln zu Ecstasy

Ecstasy.org zeigt die Vielfalt an Ecstasy Pillen und ihre Inhaltsstoffe in den USA (engl.)

Informationen über Ecstasy-Fälschungen bei eve-rave.net aus Berlin

„Der Nervenarzt“, Ausgabe Mai 2002: Neurotoxische Langzeitschäden bei Ecstasy (MDMA)-Konsumenten

Zeitschrift für Gastroenterologie 8/2002: „Akutes Leberversagen nach dem Konsum von Ecstasy (MDMA)“

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Crack

Crack entsteht aus handelsüblichem Kokain in dem dieses mit Natriumhydrogencarbonat („Speisesoda“, Natron) und Wasser erhitzt wird. Kokain wird meist als Kokainhydrochlorid gehandelt, durch das Erhitzen mit Natron (NaHCO3) ensteht Kokainhydrogencarbonat. Durch diese chemische Veränderung wird Kokain rauchbar gemacht – in Pfeifen, Zigaretten oder einfach von Alufolie. Die Wirkung setzt dadurch schneller ein, klingt aber auch nach rund 10 Minuten schon wieder ab.
Beim Rauchen knacken die kleinen Crackbröckelchen, vermutlich stammt der Name von diesem typischen Geräusch.

Durch das schnelle Anfluten wird die Wirkung als sehr intensiv, das schnelle Abklingen als sehr negativ empfunden. Ein heftiges Verlangen nach einer Wiederholung des Konsums setzt ein. Crack soll die illegale Droge sein, die am schnellsten von allen bekannten Substanzen Sucht hervorruft. Crack-User sollen einigen Berichten zufolge besonders zu Aggressivität neigen, ansonsten entsprechen die Wirkungen und Nebenwirkungen denen des Kokains.

Drugcom: Drogenlexikon

Suchtzentrum.de: drugscouts

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Gammahydroxybuttersäure (GHB) wird illegal als Droge unter vielen Namen gehandelt: Liquid X, Liquid Ecstasy, Liquid E, G-Juice u.a..

Die sog. „k.o. – Tropfen“ sind oft identisch mit GHB. K.o.- Tropfen werden unbemerkt alkoholischen Getränken junger Frauen zugemischt, in der Absicht, sie anschließend zu vergewaltigen.

In der Medizin hat GHB nur noch eine untergeordnete Bedeutung: Als Narkosemittel z.B. bei Kaiserschnittentbindungen (Somsanit®) oder als Medikament zur Behandlung der Narkolepsie (Xyrem®). Der Einsatz als Schlafmittel, als Medikament zum Entzug bei Alkohol- und Morphinabhängigkeit wurde wegen der gravierenden Nebenwirkungen aufgegeben.

Früher war GHB in der „Bodybuilderszene“ beliebt, weil es den Muskelaufbau durch Stimulation des Wachstumshormons fördern sollte, was allerdings nie eindeutig bewiesen wurde.

GHB unterliegt seit 2002 in Deutschland dem Betäubungsmittelgesetz.

Tod durch Atemlähmung

Der Gebrauch von GHB kann akut und völlig unvorhersehbar zum Tod durch Atemlähmung führen. Die Gefahr besteht besonders im Zusammenwirken mit Alkohol, Morphium und Heroin sowie verschiedenen Medikamenten, die zur Behandlung von AIDS eingesetzt werden. Riskant ist illegal erworbenes GBH, weil die genaue Reinheit der Substanz und damit die verabreichte Dosis nicht bekannt ist.

Als „Partydroge“ wird GHB in der Regel als Flüssigkeit in kleinen Plastikflaschen verkauft. Es schmeckt salzig, manchmal auch seifig.

Bei niedriger Dosierung steht die gute Laune (Euphorie) im Vordergrund, bald tritt die hypnotische (einschläfernde) und schnell auch die narkotische (bewußtlos machende) Wirkung hinzu. Verwirrtheit, Übelkeit, Erbrechen und Störungen der Atmung sind häufige Probleme. Muskelkrämpfe, Atemnot und Muskelschmerzen werden ebenfalls als Nebenwirkungen berichtet.

Die Wirkung tritt 15 bis 30 Minuten nach der oralen Aufnahme ein und hält etwa zwei bis vier Stunden an. Häufig besteht eine ausgeprägte Amnesie für das, was während des GHB-Rauschs vorfiel. Bisweilen treten auch bizarre Verkennungen der Realität und entsprechende Erinnerungen auf. Diese Tatsache machen sich natürlich die Vergewaltiger zunutze, um sich von Tatvorwürfen zu entlasten.

GHB ist nur kurze Zeit nach der Einnahme nachweisbar – im Urin ca 12, im Blut nur rund 8 Stunden. Die Substanz wird vollständig zum körpereigenen Neurotransmitter Gammaaminobuttersäure (GABA) abgebaut. Bei dem Verdacht auf eine Vergewaltigung unter GHB-Einfluss ist es also wichtig, möglichst bald Blut- und Urinproben zur späteren Untersuchung zu sichern. (Die Untersuchung auf GHB ist eine Spezialuntersuchung und wird nicht im normalen Drogenscreening in Klinik oder Arztpraxis erfasst.) Vor allem nach mehrfachem Gebrauch ist GHB in den Haaren nachweisbar, dort allerdings auch noch nach Monaten.

Lösungsmittel als Vorläufersubstanz

GBL ist die Abkürzung für Gammabutyrolacton, diese Substanz wird im Körper recht zügig in GHB umgewandelt. Während GHB jedoch dem Betäubungsmittelgesetz unterliegt, wird GBL in großem Maßstab in der chemischen Industrie als Lösungsmittel und Grundsubstanz verschiedener chemischer Synthesen genutzt.

Ebenso wie GHB wird auch GBL auf dem Drogenmarkt gehandelt.

Sucht

GHB kann vermutlich psychische und physische Abhängigkeit erzeugen, die Entzugssymptome und möglichen Komplikationen beim Entzug (Delir, Krampfanfälle) erinnern an die Alkoholabhängigkeit.

Drogenhilfe Köln – Partypack.de

Deutsches Ärzteblatt: „Sexualisierte Gewalt: Wie der Verdacht auf „K.-o.-Tropfen“ bewiesen werden kann“

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