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Archive for the ‘Gesundheitspolitik’ Category

Patienten

Patienten (Partizip Präsens von lat.: pati – leiden, erdulden), Menschen, die Leistungen von Ärzten oder anderen Anbietern des Gesundheitssystems in Anspruch nehmen, weil sie krank sind, Symptome aufweisen, zur Vorsorge oder aus sonstigen Gründen.

Dienstvertrag

Das Arzt-Patienten-Verhältnis wird von umfangreichen ethischen, sozialen, rechtlichen und ökonomischen Normen bestimmt. Mit Aufnahme der Behandlung kommt in Deutschland stillschweigend ein Arzt-Patienten-Vertrag zustande. Dieser Vertrag ist ein Dienstvertrag nach § 611 des Bürgerlichen Gesetzbuches, d. h. der Arzt sichert dem Patienten die gewissenhafte Untersuchung, Behandlung und Dokumentation zu, einen durchsetzbaren Anspruch auf einen bestimmten Erfolg der Behandlung, z. B. Heilung, gibt es aber nicht.

Gesetzliche und private Krankenversicherung

Bei gesetzlich krankenversicherten Patienten in der Bundesrepublik besteht neben dem Dienstvertrag zwischen Arzt und Patient eine weitere Vertragsbeziehung zwischen dem Vertragsarzt und den gesetzlichen Krankenkassen. Hierbei gilt das sog. Sachleistungsprinzip – der Patient erhält Sachleistungen (Medikamente, Hilfsmittel, Verbandsstoffe etc.) und Dienstleistungen (z.B. ärztliche Behandlung) im notwendigen und wirtschaftlichen Ausmaß. Bei privat versicherten Patienten gilt hingegen das Kostenerstattungsprinzip: Der Patient zahlt die Rechnung des Arztes oder Apothekers und reicht die bezahlten Rechnungen bei seiner Krankenversicherung zur Erstattung ein. Der Arzt des Privatpatienten steht in keiner Vertragsbeziehung zu dessen Krankenversicherung.

Das Solidarprinzip der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sieht vor, dass alle Patienten den gleichen Beitrag zahlen, unabhängig von ihrem Alter, ihrem Geschlecht oder von bestehenden Vorerkrankungen. Die Private Krankenversicherung (PKV) kann einen höhreren Beitrag bei höherem Risiko fordern. Die PKV kann auch unterschiedliche Leistungen bei unterschiedlichen Vertragsarten vorsehen, in der GKV hingegen erhält jeder Patient den gleichen Leistungsumfang.

“Patient als Partner“ – Eine Website der Uniklinik Freiburg, gefördert vom Bundesministerium für Gesundheit

Kassenärztliche Bundesvereinigung: Informationen für Patienten

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UNODC (United Nations Office on Drugs and Crime), eine Behörde der UN mit rund 500 Angestellten und Hauptsitz in Wien, 1997 als Office for Drug Control and Crime Prevention gegründet. Aufgabe der UNODC ist es, die Regierungen durch Forschung, Beratung und eigene Projekte im Kampf gegen illegalen Drogenhandel, Terrorismus, Korruption und andere Aspekte der Kriminalität zu unterstützen. Das United Nations Drug Control Programme (UNDCP) und der Internationale Suchtstoffkontrollrat ( International Narcotics Control Board, INCB) wurden in die UNODC integriert.

Offizielle Websie der UNODC (engl.)

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Weltgesundheitsorganisation (engl.: World Health Organization, Abk.: WHO), internationale Organisation der UNO zur Förderung der Weltgesundheit.

Die WHO wurde am 7.4.1948 in Genf gegründet. Dieser Tag wird heute als Weltgesundheitstag gefeiert. Das Ziel der WHO, festgelegt in ihrer Verfassung, ist die Förderung der Gesundheit auf das höchste mögliche Niveau. Gesundheit wird dabei nicht nur als Abwesenheit von Krankheit, sondern als vollständiges körperliches, geistiges und soziales Wohlbefinden verstanden. Diese Ziele werden erreicht durch Programme zur Bekämpfung und Ausrottung von Weltseuchen, der Unterstützung der Mitgliedsstaaten beim Aufbau des öffentlichen Gesundheitssystems, durch Erstellung internationaler Statistiken und vieles andere mehr. Die Vollversammlung der WHO tritt einmal jährlich zusammen. Sitz des Generalsekretariats ist Genf, darüber hinaus existieren 6 Regionalausschüsse in aller Welt.

Offizielle Website (engl.)

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Verein demokratischer Ärztinnen und Ärzte (VDÄÄ), kleinster ärztlicher Berufsverband in Deutschland, der Abbau von Hierarchien und verbesserte Qualitätskontrollen im Gesundheitswesen fordert, den anderen ärztlichen Berufsverbänden Überbetonung ärztlicher Sonderinteressen gegenüber gesellschaftlichen Bedürfnissen vorwirft.

Nach eigenen Angaben hatte der 1986 gegründete VDÄÄ im Oktober 2005 rund 506 Mitglieder (1991 waren es 807), er stellt verglichen mit den anderen allgemeinen freien Ärzteverbänden Marburger Bund (100.000 Mitglieder), Hartmannbund (40.000 Mitglieder) und NAV-Virchow-Bund (20.000 Mitglieder) eine kleine Minderheit im ärztlichen Verbandsspektrum dar.

Der 1. Vorsitzende ist der Anästhesist Prof. Dr. Wulf Dietrich aus München.

Website des VDÄÄ

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Paul-Ehrlich-Institut (Abk.: PEI), staatliche deutsche Einrichtung, die dem Bundesministerium für Gesundheit untersteht. Das PEI ist u. a. zuständig für die Zulassung von Impfstoffen und Antiseren (Antikörper enthaltende Arzneimittel), für die Überwachung der Impfstoffchargen und der Sicherheit von Blut und Blutprodukten. Es führt auch eine eigene experimentelle Forschungstätigkeit durch.

Der Institutssitz ist in Langen bei Frankfurt (Main), es wurde 1896 als Institut für Serumforschung und Serumprüfung in Berlin-Steglitz gegründet, sein erster Direktor war Paul Ehrlich.

Homepage des Paul-Ehrlich-Instituts

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logo_nav-vb.gifNAV-Virchow-Bund, Berufsverband, der die Interessen der niedergelassenen Ärzte Deutschlands vertritt. Mit ca. 20.000 Mitgliedern ist er der drittgrößte allgemeine freie Ärzteverband Deutschlands nach Marburger Bund und Hartmannbund, er entstand 1990 aus einer Fusion des westdeutschen NAV und dem ersten freien Ärzteverband der DDR, dem Rudolf-Virchow-Bund.

1949 wurde der Verband der niedergelassenen Nicht-Kassenärzte Deutschlands (NKV) gegründet. Es war eine Notgemeinschaft der Ärzte, bei denen die Bereitschaft und die Qualifikation zur Niederlassung in einer Kassenarztpraxis vorlagen, die wegen der restriktiven Zulassungspolitik aber keine Kassenpatienten behandeln durften. Mitte der 50er Jahre benannte sich der NKV in NAV – Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands e.V. um. Ein vom NAV angestrengtes Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht brachte 1960 die freie Zulassung zur Kassenarztpraxis.

Der Bundesvorsitzende ist seit November 2006 der Gynäkologe Dr. Klaus Bittmann aus Bad Segeberg.

NAV-Virchow-Bund e.V.

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Marburger Bund

mb-logo.jpgMarburger Bund, Gewerkschaft der angestellten und beamteten Ärzte in Deutschland, wurde 1947 in Marburg gegründet und hatte Ende 2005 rund 100.000 Mitglieder.

Der Sitz des MB ist Berlin, der Bundesvorsitzende ist seit November 2007 der Internist Rudolf Henke aus Düren. Der MB hat eine föderale Struktur mit 14 Verbänden in den Bundesländern. Seit 1950 vertrat die Deutsche Angestelltengewerkschaft DAG und die Nachfolgegewerkschaft ver.di den MB bei Tarifverhandlungen auf Bundesebene. Auf seiner 108. Hauptversammlung im September 2005 entzog der MB der Gewerkschaft ver.di die Vollmacht, Tarifverhandlungen auch für Ärzte zu führen. Dieser Beschluss war eine Reaktion auf die 2005 angekündigte Bereitschaft ver.dis, Tarifverträge abzuschließen, die einen Einkommensverlust bei angestellten Ärzten zur Folge gehabt hätten.

Marburger Bund: Homepage

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Im Auftrag des Deutschen Beamtenbunds hat kürzlich das Meinungsforschungsinstitut forsa

Anfang Januar [2007] rund 1000 Menschen und zusätzlich 500 Beamte befragt

und zwar darüber, was sie von der Gesundheitsreform halten. 79 % der Befragten geht es so wie mir: Sie wissen nicht mehr, was die Regierung will, 86 % können kein klares Ziel erkennen.

2/3 der Befragten sind (wie ich) der Meinung, dass es zu viele Krankenkassen gibt. 2001 waren 65 % der gesetzlich Krankenversicherten mit der gesundheitlichen Versorgung zufrieden, 2007 nur noch 42 %! Ein dramatischer Rückgang der Zufriedenheit, wie ich finde. Da tröstet es nur wenig, dass 62 % der Befragten glauben, die Ärzte hätten die überzeugendsten Argumente im Zusammenhang mit der Gesundheitsreform, während nur 9 % den Kassen und 6 % den Politikern glauben.

Alle Ergebnisse der Umfrage grafisch aufbereitet (pdf)

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Kassenärztliche Vereinigungen sind Körperschaften des öffentlichen Rechts in Deutschland mit der Aufgabe, die ambulante ärztliche Versorgung der gesetzlich krankenversicherten Patienten sicher zu stellen. Jeder niedergelassene Arzt und jeder niedergelassene psychologische Psychotherapeut, der Mitglieder gesetzlicher Krankenkassen behandelt, muss einer Kassenärztlichen Vereinigung (KV) angehören.

Auf Landesebene zahlen die gesetzlichen Krankenkassen die Gesamtvergütung für die ambulante Behandlung an die KV, die diesen Geldbetrag dann unter ihren Mitgliedern möglichst leistungsgerecht verteilen muss. Die Verteilung erfolgt aufgrund des Punktesystems des bundesweit geltenden Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) und des länderspezifischen Honorarverteilungsmaßstabs. Die Gesamtvergütung wird mit befreiender Wirkung für die Krankenkassen im voraus gezahlt, die Krankenkasse überweist pro Beitragszahler eine bestimmte Summe, die sog. Kopfpauschale, an die KV.

Die KV kontrolliert darüber hinaus die Einhaltung der Pflichten des Vertragsarztes, z. B. des Wirtschaftlichkeitsgebots, der Präsenzpflicht und der Notfalldienstregelung. Sie führt eine Bedarfsplanung für die ärztliche Niederlassung durch. Überversorgte Gebiete werden für die Gründung neuer Praxen gesperrt, in unterversorgten Gebieten kann sie finanzielle Anreize anbieten. Sie soll auch die Rechte und Interessen der Vertragsärzte gegenüber den Krankenkassen vertreten.

Auf Bundesebene arbeiten die Landes – KVen in der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zusammen.

In Deutschland gibt es 17 KVen, sie hatten Ende 2005 147.000 Mitglieder, darunter 131.800 Ärzte und 15.200 psychologische Psychotherapeuten.

Die Gründung der KVen geht auf eine Notverordnung aus dem Jahre 1931 zurück. Die Wahrung der Rechte der Kassenärzte wurde vom Hartmannbund mit freiwilliger Mitgliedschaft auf die KV mit Pflichtmitgliedschaft verlagert. Die niedergelassenen Ärzte verloren ihr Streikrecht, hatten aber die Sicherheit der Kollektivverträge gegenüber der Unsicherheit der Einzelverträge mit den Krankenkassen gewonnen.

Analog zu den Vertragsärzten gibt es auch eine Regelung für die Vertragszahnärzte: Hier heißt die Organisation auf Landesebene Kassenzahnärztliche Vereinigung, auf Bundesebene Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung.

Kassenärztliche Bundesvereinigung

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IPPNW

IPPNW (Abk. für engl.: International Physicians for the Prevention of Nuclear War, dt.: Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges), internationale Vereinigung von Ärzten mit dem Ziel der atomaren Abrüstung, erhielt 1985 den Friedensnobelpreis und hat international rund 200.000, in Deutschland 8000 Mitglieder.

Das Ziel der IPPNW ist es, den Einfluss der Ärzte gegen die Gefahr der Nuklearwaffen zu mobilisieren. Der amerikanische Kardiologe Dr. Bernard Lown und sein russischer Kollege Dr. Jewgeni Tschasow gaben den Anstoß zur Gründung der Vereinigung durch sechs russische und amerikanische Ärzte im Dezember 1980 in Genf.

Der Konsensus in Genf war, dass die IPPNW versucht, ihre Ziele durch Forschung, Aufklärung und Beratung der Regierungen, Bevölkerungen und Wissenschaftler zu erreichen, sie will aber nicht zur Politik irgendeiner Regierung Stellung nehmen.

Der Hauptsitz der IPPNW ist in Boston, USA; der europäische Hauptsitz in London.

Die Verleihung des Friedensnobelpreises löste internationale Proteste in den westlichen Ländern aus. Grund hierfür war die Tatsache, dass Tschasow stellvertretender Gesundheitsminister der UDSSR, Leibarzt Breschnews und Mitglied des ZK der KPDSU war. Bundeskanzler Helmut Kohl protestierte persönlich beim Nobelpreiskomitee und erhielt eine recht deutliche Abfuhr: Dies sei die erste Beschwerde eines Regierungschefs gewesen, seit Hitler gegen die Preisverleihung an CarI von Ossietzky 1936 protestierte.

IPPNW.org

IPPNW.de

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