Feeds:
Posts
Comments

Archive for the ‘Gesundheitspolitik’ Category

Infektionsschutzgesetz (IfSG, Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen), Bundesgesetz in Deutschland, in dem die Meldepflicht bei übertragbaren Krankheiten, die hygienische Überwachung durch Gesundheitsämter und Maßnahmen zur Lebensmittel- und Wasserhygiene festgelegt sind.

Das I. trat am 1.1.2001 in Kraft und löst das Bundesseuchengesetz und das Gesetz zur Bekämpfung von Geschlechtskrankheiten ab.

Meldepflicht
Der behandelnde Arzt, der Leiter eines Labors und andere Beschäftigte im Gesundheitswesen sind zur Meldung der im Gesetz genannten Erkrankungen verpflichtet. Die Meldepflicht betrifft auch die Leiter von Gemeinschaftseinrichtungen wie Heimen und Gefängnissen. Meldepflichtig sind auch der Verdacht auf Impfschäden, gehäuft auftretende nosokomiale (im Krankenhaus erworbene) Infektionen und Lebensmittelvergiftungen sowie ansteckende Magendarminfekte bei Beschäftigten im Lebensmittelbereich. Unbekannte Infektionskrankheiten müssen gemeldet werden, wenn sie bedrohlich erscheinen und gehäuft auftreten. Die Meldung muss unverzüglich, spätestens nach 24 Stunden, an das zuständige Gesundheitsamt erfolgen. Von dort erfolgt dann die Weiterleitung an die Landesgesundheitsämter, von dort an das Robert Koch-Institut, unter Umständen auch an Gesundheitsbehörden der EU bzw. an die WHO. Das Robert Koch-Institut hat die Aufgabe, die Daten statistisch aufzubereiten.

Vorbeugungsaufgaben der Gesundheitsämter
Die Gesundheitsämter werden damit beauftragt, bei sexuell übertragbaren Krankheiten Beratung, Untersuchung und auch Behandlung anzubieten. Das gleiche gilt auch für Tuberkulosekranke, die anderweitig nicht behandelt werden.

Überwachung von Krankenhäusern und Arztpraxen
Krankenhäuser und Arztpraxen werden vom Gesundheitsamt in der Einhaltung der Hygiene überwacht. Krankenhäuser werden verpflichtet, im Krankenhaus erworbene (nosokomiale) Infektionen zu erfassen und ein Qualitätsmanagement zur Vermeidung dieser Infektionen zu erarbeiten.

Gemeinschaftseinrichtungen
Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindertagesstätten, Schulen, Asylbewerberheime etc. müssen Hygienepläne erstellen, Menschen mit ansteckenden Krankheiten und Verlausung vom Kontakt mit anderen ausschließen und ihre Mitarbeiter regelmäßig über die Vorschriften des I. belehren.

Impfungen
Das Gesundheitsamt klärt über Impfungen auf, die Ständige Impfkommission am Robert Koch Institut wird gesetzlich damit beauftragt, den Impfplan der öffentlich empfohlenen Impfungen aufzustellen. Das Paul Ehrlich Institut bearbeitet die Meldungen bei Verdacht auf Impfschäden, das I. regelt auch die Entschädigung eines Impfschadens bei öffentlich empfohlenen Impfungen.

Lebensmittel
Beschäftigte im Lebensmittelbereich dürfen erst nach Erlaubnis des Gesundheitsamts tätig werden. Sie werden bei der Erstuntersuchung vom Gesundheitsamt über die hygienischen Vorschriften belehrt, der Arbeitgeber muss diese Belehrung jährlich wiederholen. Sowohl der Arbeitgeber als auch der Angestellte sind verpflichtet, zu melden, falls ihre Arbeit im Lebensmittelbereich zu hygienischen Problemen führen könnte. Auch Anforderungen an die Trinkwasserqualität werden im I. festgelegt.

Weblink
http://bundesrecht.juris.de/ifsg/index.html – IfSG im Originaltext

Read Full Post »

Hausarzt (syn.: Primärarzt), Arzt, der den Patienten umfassend und lebenslang in seinem häuslichen und familiären Umfeld diagnostisch und therapeutisch betreut. Der HA übernimmt darüber hinaus eine koordinierende Funktion der verschiedenen diagnostischen, therapeutischen, vorbeugenden und pflegerischen Maßnahmen.

In Deutschland übernehmen Praktische Ärzte, Fachärzte für Allgemeinmedizin, Pädiater und Fachärzte für Innere Medizin ohne Schwerpunktbezeichnung die hausärztliche Versorgung.

Während um 1900 die HA die weit überwiegende Zahl aller Ärzte stellte, waren sie bis zum Ende des 20 Jhdts. zur Minderheit geworden. Sowohl wegen der schädlichen Auswirkung auf die Patientenversorgung (z. B. unbeachtete Medikamentenwechselwirkungen) als auch auf die Gesundheitsökonomie (z. B. Doppeluntersuchungen) forderte die WHO in einem 1963 veröffentlichten Bericht die vermehrte Förderung der hausärztlichen Betreuung als einer Medizin, die sich nicht auf bestimmte Organsysteme, Krankheiten, Alter oder Geschlecht konzentriert.

In vielen Ländern der Welt ist man dieser Forderung nachgekommen, auch in Deutschland mit der letzten Gesundheitsreform 2006 durch Änderung des Sozialgesetzbuches V, mit der festgelegt wurde, dass alle Krankenkassen zukünftig Hausarzttarife anbieten müssen. Die Teilnahme bleibt für Ärzte und Patienten freiwillig, die Kassen gewähren ihren Versicherten einen Rabatt, wenn sie vor der Inanspruchnahme eines spezialisierten Gebietsarztes ihren fest gewählten HA konsultieren.

Read Full Post »

Deutscher Hausärzteverband, Berufsverband der Hausärzte in Deutschland, mit rund 30.000 Mitgliedern der größte fachgruppenspezifische ärztliche Interessenverband, sieht sich zunehmend in der Rolle einer gewerkschaftsähnlichen Organisation mit eigenständiger Vertragskompetenz in hausärztlichen Angelegenheiten gegenüber Krankenkassen und anderen Beteiligten im Gesundheitswesen.

1960 wurde der HÄV als Berufsverband Praktischer Ärzte (BPA) gegründet; später umbenannt in Bundesverband der Allgemeinärzte Deutschlands (BDA), trägt er seinen jetzigen Namen seit 2002. Der HÄV fordert eine eigenständige hausärztliche Vergütung nach einer eigenen Gebührenordnung und eine von den Fachärzten getrennte hausärztliche Kassenärztliche Vereinigung. Er engagiert sich in der Fortbildung seiner Mitglieder und entwickelt eigene, hausärztlich orientierte medizinische Leitlinien.

Vorstandsvorsitzender ist seit dem 16. Feb. 2005 der Allgemeinarzt Rainer Kötzle.

Hausärzteverband im Netz

Read Full Post »

Hartmannbund, Berufsverband in Deutschland zur Interessenvertretung aller Ärzte mit etwa 40.000 Mitgliedern.

Der HB wurde lange Zeit als Interessenvertretung vor allem der niedergelassenen Ärzte angesehen. Mittlerweile sind jedoch 38 % der Mitglieder angestellte und beamtete Ärzte und nur 37 % niedergelassen in eigener Praxis. 25 % der Mitglieder sind Pensionäre oder Studenten. Der HB gibt seine Mitgliederzahl mit 60.000 an, da jedoch auch Organisationen dem HB beitreten können, sind Doppelzählungen anzunehmen.

Ziel des HB ist die freie und unabhängige Berufsausübung von Ärzten in Klinik und Praxis… Der Hartmannbund steht satzungsgemäß für Vertragsfreiheit, freie Niederlassung, freie Arztwahl sowie für eine gerechte und angemessene Vergütung ärztlicher Leistungen.

Der HB wurde im Jahre 1900 von dem Leipziger Arzt Hermann Hartmann als Schutzverband der Ärzte Deutschlands zur Wahrung ihrer Standesinteressen gegründet. Nach dem Tod seines Gründers wurde er 1924 in Verband der Ärzte Deutschlands (Hartmannbund) umbenannt. Der HB wurde am 1.4.1936 aufgrund § 87 der Reichsärzteordnung vom 13.12.1935 aufgelöst; er wurde am 20.5.1949 wieder gegründet. Der Bundesvorsitzende des HB ist der Allgemeinarzt Dr. Kuno Winn aus Hannover.

Hartmannbund

Read Full Post »

« Newer Posts