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Archive for the ‘Uncategorized’ Category

Möchten Sie die Antwort gerne kurz? Hier ist sie: Zur Zeit (Ende Mai 21) eher nicht! Bei schwer kranken Kindern kann man evtl. zu einer anderen Ansicht kommen, aber im Moment ist das Risiko/Nutzen -Verhältnis für gesunde Kinder viel zu unklar.

Wie gefährlich ist Covid-19 für Kinder?i

Covid-19 Erkrankungen im Kindesalter verlaufen selten schwer, führen selten zu Folgeschäden, viel seltener als bei Erwachsenen. Bis zum 9.5.21 mussten in Deutschland 1487 Kinder wegen Covid-19 im Krankenhaus behandelt werden, 74 auf der Intensivstation, 5 Todesfälle mit Covid-19 wurden gemeldet. Jeder Todesfall ist natürlich einer zu viel, trotzdem: Knapp 1500 Erkrankte und 5 Todesfälle unter 14 Millionen Kindern und Jugendlichen – im Vergleich zur Zahl der Erkrankten und Toten bei Erwachsenen ist das extrem wenig! In der Grippesaison 2018/19, das gibt die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin zu bedenken, mussten 7461 wegen Grippekomplikationen stationär behandelt werden und 9 Kinder verstarben in einem Winter. Man sollte Todesfälle nicht gegeneinander aufrechnen, diese Zahlen können aber vielleicht dem einen oder anderen besorgten Elternpaar zur korrekten Beurteilung der Situation helfen.

Und wie gefährlich ist die Impfung?

Bis heute ist keine einzige Studie zu Nebenwirkungen von Comirnaty (dem BioNTech/Pfizer-Impfstoff) bei der Impfung von Kindern veröffentlicht. Alles was wir wissen, müssen wir aus den Daten der Zulassung in Kanada und den USA beziehen. Demnach stützt sich die Zulassung dort auf eine noch nicht abgeschlossene Phase III – Studie, 1983 Teilnehmer, davon 1005 geimpft. Das ist nicht viel, auch die Beobachtungsdauer ist nicht sehr lang. Ich möchte hier an die Nebenwirkung Narkolepsie (die „Schlafkrankheit“) nach Schweinegrippe-Impfung erinnern. Diese Nebenwirkung war eigentlich selten, aber sie trat gehäuft bei Kindern und mit einer Latenz von 42 Tagen bis hin zu 2 Jahren auf. 1300 Fälle von Narkolepsie nach Schweinegrippeimpfung mit Pandemrix bei 60 bis 90 Millionen Impfungen. Das war nicht viel, es reichte aber, um den Schweden z.B. den Appetit auf Impfungen jeder Art nachhaltig zu verderben. Die Zulassungsstudie von Comirnaty bei Kindern reicht sicher nicht aus, um eine derartige Nebenwirkung sicher zu erkennen.

Mehr Nebenwirkungen bei Kindern

Aber eines konnten diese Studien dennoch schon jetzt zeigen: Schwere Nebenwirkungen treten bei Kindern vermutlich wesentlich häufiger auf als bei Erwachsenen. Nach den Unterlagen der kanadischen Behörden erlitten Kinder nach der Impfung in 3,5 % der Fälle schwere Nebenwirkungen, bei Erwachsenen soll die Rate nach Angaben der deutschen STIKO bei 0,6 % liegen.

Und die Ansteckungsgefahr?

Bei der Virusgrippe wurde schon oft vorgeschlagen, doch lieber die Enkel zu impfen, um den Opa oder die Oma zu schützen. Schließlich sind diese die Hauptverbreiter von Erkältungsviren aller Art im Winter. Dies scheint aber nach der aktuellen Studienlage bei Covid-19 nicht der Fall zu sein. Zwar gibt es Widersprüche in den verschiedenen Untersuchungen zum Thema, aber das Robert Koch Institut zum Beispiel sieht “ keine substanzielle treibende Kraft“, die bei der Verbreitung von Covid-19 von Kindern ausgeht. Also die Enkelin impfen, damit Oma nicht krank wird? Ethisch fragwürdig und bei Covid wahrscheinlich ohne Wirkung.

Noch etwas anderes kommt hinzu: Bisher ist völlig unklar, in welchem Umfang Geimpfte die Krankheit übertragen können . Klar scheint lediglich; Ja, auch Geimpfte können andere anstecken. Wahrscheinlich wird die Ansteckungsfähigkeit reduziert, man munkelt so um die 30 bis 50 %, aber genaue Daten fehlen.

Mein Fazit

Kinder sollten zur Zeit außer im Falle schwerer Erkrankungen zur Zeit noch nicht gegen Covid-19 geimpft werden, weil:

  • die Studienlage dünn ist
  • Kinder mehr Nebenwirkungen als Erwachsene zeigen
  • Kinder selten schwer an Covid-19 erkranken
  • auch die Ausbreitung der Pandemie nicht sicher dadurch gebremst wird.

Quellen

1.) Bild: File:Children meadow grass read.jpg – Wikimedia Commons

2.) Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin zur Covid-19 Impfung bei Kindern

3.)https://www.dgkj.de/fileadmin/user_upload/Meldungen_2021/210518_CoronaTaskForce_Schutzimpfung.pdf Deutsche Gesellschaft für Kinder und Jugendmedizin zu Covid-19 Impfung bei Kindern

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Eine Covid-19-Erkrankung in der Schwangerschaft birgt einige zusätzliche Risiken für Mutter und Kind. Außerdem scheinen Erkrankungen jetzt häufiger in der Schwangerschaft vorzukommen als das noch im letzten Jahr der Fall war. Das ist möglicherweise eine Folge der weiteren Verbreitung der englischen Variante B.1.1.7. . Diese Corona Variante ist nun mal ansteckender auch für jüngere Menschen als das „alte“ Originalvirus. Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch Instituts rät (noch nicht) generell zur Impfung aller Schwangeren, lehnt sie aber auch nicht ab. Die Fachgesellschaften der Frauenärzte sind dagegen der Meinung, dass sich alle Schwangere impfen lassen sollten. Auch sollte eine Priorisierung für Schwangere eingeführt werden.

A_new_beginning_at_the_end_of_the_day._-_Flickr_-_Munroe_Photography.jpg (3888×2592) (wikimedia.org) Creative Commons — Attribution 2.0 Generic — CC BY 2.0

Warum ist eine Covid-19 Erkrankung riskanter in der Schwangerschaft?

Von 100.000 Frauen, die in der Schwangerschaft an Covid-19 erkranken, sterben 149; außerhalb der Schwangerschaft nur 5. Auch haben Schwangere mit Covid Erkrankung ein höheres Risiko für Schwangerschaftskomplikationen wie Thrombose, Embolie und Schwangerschaftsvergiftung („Präeklampsie“). Aber auch für das Ungeborene steigt das Risiko für Komplikationen. Frühgeburt und Totgeburt sind weitaus häufiger, wenn die Mutter unter Covid-19 leidet. Die Wahrscheinlichkeit für das Neugeborene, nach der Geburt auf einer Neugeborenen – Intensivstation zu landen ist um das 3fache höher.

Impfung mit mRNA-Impfstoffen

In Belgien und Israel, in Großbritannien und in den USA wurden bereits eine große Zahl von Schwangeren mit mRNA-Impfstoffen geimpft. In Europa zur Zeit zugelassene Impfstoffe mit diesem Wirkprinzip sind die von Biontech/Pfizer und Moderna. Bei den Impfungen in der Schwangerschaft wurden nicht mehr Nebenwirkungen als bei nicht schwangeren Frauen beobachtet. Auch typische Schwangerschaftskomplikationen traten nicht vermehrt auf. Die von der Mutter gebildeten Antikörper können auf das Ungeborene übergehen, damit erhält das Neugeborene schon vom ersten Tag an einen Schutz gegen Covid-19.

Und in der Stillzeit?

Ähnliches beobachtete man in diesen Ländern auch bei der Impfung stillender Mütter. Auch hier kommt es zu einer Übertragung mütterlicher Antikörper gegen Covid-19 über die Muttermilch an den Säugling.

Empfehlung der Fachgesellschaften

Die Fachgesellschaften für Gynäkologie und Geburtshilfe empfehlen daher, Schwangere mit Vorzug („priorisiert“) gegen Covid-19 zu impfen. Verwendet werden sollte ein mRNA-Impfstoff. Auch enge Kontaktpersonen (Partner/in) und betreuende Hebammen und Frauenärzte und Frauenärztinnen sollten schnellstmöglich immunisiert werden. Auch in der Stillzeit wird den Müttern eine Impfung empfohlen. Besonders wichtig ist diese Empfehlung natürlich für Frauen mit Risikofaktoren für einen schweren Verlauf der Covid Erkrankung wie z.B. Diabetes, Übergewicht, Hypertonie oder chronische Bronchitis.

Quellen

Empfehlung der COVID-19-Impfung für schwangere und stillende Frauen – Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. (dggg.de)

Fachgesellschaften: Covid-19-Impfempfehlung für alle Schwangeren | PZ – Pharmazeutische Zeitung (pharmazeutische-zeitung.de)

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Aufruf…

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Wenn Ärzte ihren Patienten Arzneimittel verordnen, dann müssen sie sich auf die Ergebnisse der vorliegenden Studien verlassen. In solchen Studien wird ein neuer Wirkstoff an zwei Gruppen getestet. Die eine Gruppe erhält tatsächlich den Wirkstoff, die andere ein Placebo, ein Medikament, das genau so aussieht wie das wirklich wirksame Medikament, drin sind aber nur Milchzucker und Farbstoffe und ähnliche unwirksame Substanzen. Sodann werden die Wirkungen und Nebenwirkungen in beiden Gruppen verglichen: War die Wirksamkeit in der Medikamentengruppe deutlich besser – bei vertrebaren Nebenwirkungen – , dann wird das Medikament zugelassen und der Arzt kann es ohne Sorgen seinen Patienten verordnen.

Leider hat die ganze Sache einen Haken: Bei vielen Medikamenten wird die Forschung von der Industrie bezahlt. Und zwar von den Firmen, die das Arzneimittel herstellen. Und wenn die von der Firma in Auftrag gegebene Studie nicht so ganz in ihr Konzept passt, dann hat sie das Recht, diese Studie unter den Tisch fallen zu lassen.

„Warum haben wir nicht alle Beweise zu Tamiflu?“

Aktuell steht das Medikament Tamiflu® (Wirkstoff: Oseltamivir) in der Kritik. Die Herausgeberin der angesehenen medizinischen Zeitschrift „British Medical Journal“ fragte am 8. Dezember: „Warum haben wir nicht alle Beweise zu Oseltamivir?“. Autoren der Zeitschrift hatten vergeblich versucht, die kompletten Originaldaten der Studien zu Tamiflu® beim Hersteller zu erlangen. Sie kommen zu dem Schluss, dass Tamiflu® möglicherweise in Frage kommt, um Symptome der Grippe zu lindern. Der Mangel an Daten habe allerdings bisherige Aussagen, dass Tamiflu Komplikationen der Grippe verhindern könne, unterminiert. Unabhängige Studien seien dringend erforderlich.

Milliarden Steuergelder verschwendet?

Nun, man muss sich das vorstellen: Weltweit sind Milliarden Euros für die Einlagerung von Tamiflu® ausgegeben worden, weil Regierungen ihre Bürger vor Influenza schützen wollten. Und jetzt stellt sich heraus, dass alle Untersuchungen zur Wirksamkeit ausschließlich von der Herstellerfirma stammen und die Daten dieser Untersuchung nur unvollständig veröffentlicht wurden. Möglicherweise sind somit Milliarden von Steuergeldern international völlig sinnlos ausgegeben und dem Gesundheitssystem entzogen worden. Was hätte man damit alles anfangen könnne, um Menschen zu heilen oder vor Krankheit zu schützen, mit medizinischen Maßnahmen, die bewiesen wirksam sind aber aus Geldmangel nicht eingesetzt werden können.

Online-Petition

Die Online-Petition an den Deutschen Bundestag hat folgenden Wortlaut:

„Text der Petition

Der Deutsche Bundestag möge beschließen: Pharmaunternehmen und Forschungsinstitute werden gesetzlich verpflichtet, alle Studien über Medikamente zu veröffentlichen, auch und insbesondere dann, wenn diese die Wirkungslosigkeit oder negative Wirkungen eines Medikaments belegen.
Begründung

Wie das am 24.11.2009 durch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
bekannt gewordene Beispiel Reboxetin zeigt, kann das Verschweigen von Studiendaten dazu führen, daß Patienten ein Medikament bekommen, für das es keinen Nutzenbeleg gibt, das aber einen Schaden verursachen kann. Ärzte und Patienten müssen sich aber vollständig informieren können, um eine möglichst passende und nebenwirkungsarme Therapie gegen eine Erkrankung zu finden.

Der Forderung steht auch nicht die grundgesetzlich garantierte Freiheit von Forschung und Lehre entgegen, weil diese Freiheit nur bestehen kann, wenn unangenehme Fakten eben nicht unterdrückt werden.“

Wenn Sie diese Petition unterstüzten möchten, müssen Sie sich hier auf den Seiten des Deutschen Bundestages einmal registrieren. Ich glaube, dass ist die Mühe wert. (Die Frist endet am 15.1.2010.)

Über Reoxetin habe ich übrigens hier schon einmal berichtet.

Quellen

Arzneitelegramm: Zweifel an den Daten zu Oseltamivir

Petition: Arzneimittelwesen – Veröffentlichung aller Studien über Medikamente vom 25.11.2009

British Medical Journal: Why don’t we have all the evidence on oseltamivir?

Jefferson T, Jones M, Doshi P, Del Mar C., Acute Respiratory Infections Group, Cochrane Collaboration, Rome, Italy: „Neuraminidase inhibitors for preventing and treating influenza in healthy adults: systematic review and meta-analysis.“, BMJ. 2009 Dec 8;339:b5106. doi: 10.1136/bmj.b5106

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Niemand bestreitet heute mehr, dass sich unser Klima ändert. Nur wenige zweifeln noch daran, dass der Mensch dafür verantwortlich ist.

Welche Auswirkungen hat der Klimawandel für die Gesundheit der Menschen in Deutschland?

Die Winter werden wärmer, der Frühling kommt früher, extreme Hitzeperioden im Sommer treten häufiger auf.

Ratten, Mäuse und andere Nagetiere haben bessere Überlebenschancen – damit nehmen auch die Krankheiten zu, die diese die kleinen Nager auf den Menschen übertragen. Im Südwesten Deutschlands, in Baden-Württemberg, nehmen seit einigen Jahren die Infektionen mit dem Hantavirus zu. Nicht jeder Mensch erkrankt, manche zeigen nur Anzeichen eines grippalen Infekts, andere sterben am Nierenversagen.

Allergiker und alte Menschen leiden besonders

Die Pollensaison verlängert sich, Allergiker leiden früher und länger. Ältere Menschen und Menschen mit schweren Erkrankungen sterben häufiger in Perioden mit extremen Temperaturen. (Andererseits erfrieren auch weniger Menschen in extrem kalten Wintern.) Die UV-Strahlung wird intensiver: „Sonnenallergie“, Sonnenbrände und Hautkrebs nehmen zu.

Infektionen mit FSME, der durch Zecken verursachten Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten, treten in Deutschland und Europa immer weiter nördlich auf. Zecken lieben milde Winter.

Chikungunya-Virus? – Neue Erreger in Sicht

Asiatische Tigermücke

Asiatische Tigermücke

Welcher Arzt in Deutschland kennt schon das Chikungunya-Virus? Das Virus löst das Chikungunya Fieber aus. Es wird übertragen durch Aedes–Mücken, zu denen z.B. die Asiatische Tigermücke zählt. Bisher kam diese Mücke nur südlich der Alpen vor. Seit ein paar Jahren findet man die Asiatische Tigermücke auch nördlich der Alpen. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann sie auch das Virus mit dem schwer auszusprechenden Namen bei den Menschen verbreitet. Das Fieber verläuft wie eine Grippe und gefährdet vor allem Säuglinge, Kleinkinder und alte Menschen.

Der (vermutlich) durch Menschen verursachte Klimawandel bringt neue Krankheiten nach Deutschland. Welche das genau sind, wissen wir noch nicht. Aber wir können schon jetzt die Auswirkungen des Klimawandels in der hausärztlichen Praxis spüren.

Quellen

Robert Koch-Institut: Die Auswirkung des Klimawandels: welche neuen Krankheiten und gesundheitlichen Probleme sind zu erwarten?

Dies ist mein Beitrag zum Blog Action Day gegen den Klimawandel, mehr unter http://www.blogactionday.org/.

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Die Ringelröteln, auch Erythema infectiosum oder fünfte Krankheit sind eine recht harmlose Kinderkrankheit, die durch einen Virus, den erst 1974 entdeckten Parvovirus B19, hervorgerufen werden.

Ringel

Ringelröteln werden durch Tröpfcheninfektion übertragen: Also durch Husten, Niesen und Sprechen, aber auch über die Hände. Nach einer Inkubationszeit von vier bis 14 Tagen kommt es zunächst zu allgemeinen „Erkältungs“beschwerden: Schnupfen, leichtes Fieber, Kopf- und Halsschmerzen.

Nur jeder Fünfte mit Ausschlag

Bei den meisten ist danach die Krankheit schon wieder vorbei! Nur bei einer Minderzahl, rund jedem Fünften, kommt es nach Abklingen der „Erkältungsvorphase“ zu einem typischen Hautausschlag, der im Gesicht beginnt und aussieht, als sei der kleine Kranke zu lange in der Sonne gewesen oder habe an einem Wintertag lange draußen herumgetollt.

Im englischen Sprachraum hat sich der Ausdruck „slapped-cheek“ – Ausschlag durchgesetzt. „Slapped cheek“ heißt : „Geschlagene Wange“, kein sehr treffender Ausdruck, wie ich finde. Man findet kein Hämatom, keine ausgesparten Finger. Weiße Aussparungen des knallroten Ausschlages liegen stattdessen um den Mund, um die Nase und um die Augen herum.

Nach ein paar Tagen blassen die Wangen wieder ab, zunehmend kommt es zu einem Ausschlag an Armen und Beinen. Erst ganz zum Schluss zieht sich die Rötung auf die Oberarme und Oberschenkel zurück und sieht meist erst nach ein paar Tagen girlandenförmig („ringelförmig“) aus. Juckreiz ist selten und meistens nicht sehr ausgeprägt.

Der Hautausschlag verschwindet nach ein paar Tagen wieder ohne Folgen, manchmal bleibt er ein paar Wochen bestehen. Oft wird er durch Baden, Hitze, Sonne, körperliche Anstrengung oder Stress reaktiviert.

Gelenkschmerzen häufiger bei Erwachsenen und Mädchen

Manchmal, vor allem bei Mädchen und Erwachsenen, kommt es zu Gelenkproblemen. Vor allem bei Erwachsenen können die Gelenkbeschwerden und die Gelenkschwellungen die einzigen Symptome der Krankheit sein.

Gefahr in der Schwangerschaft, bei Immunschwäche und Blutkrankheiten

In aller Regel heilt die Krankheit ohne Folgen und Komplikationen aus. Probleme kann es bei Patienten geben, die unter einer Immunschwäche oder einer chronischen Bluterkrankung leiden, bei diesen Menschen kann die Krankheit zu schwerwiegenden Störungen der Blutbildung führen. Auch das Ungeborene ist gefährdet: Infektionen der Mutter vor allem zwischen der vierten und 20ten Schwangerschaftswoche können zu Fehl- und Totgeburt führen. In manchen Fällen kann der Fetus durch Bluttransfusionen im Mutterleib gerettet werden.

Nicht sehr ansteckend

Im Gegensatz zu anderen Kinderkrankheiten infizieren sich nur 20 bis 50 % der Kontaktpersonen eines Kranken. Aus diesem Grunde haben auch nur 60 % der 20jährigen schützende Antikörper gegen das Virus: Eine potentielle Gefahr vor allem für die Schwangeren, die viel Kontakt mit Kindern haben.

Eine Isolation der Erkrankten ist wenig sinnvoll: Die Diagnose wird erst gestellt, wenn der Ausschlag zu sehen ist, dann ist der Patient aber nicht mehr ansteckend!

Therapie nur ausnahmsweise

Eine besondere Therapie gibt es nicht und ist angesichts des harmlosen Verlaufs auch nicht notwendig.Manchmal sind lindernde Medikamente gegen Juckreiz, gegen Fieber und Gelenk- oder Kopfschmerzen sinnvoll.

Quellen

Ringelröteln auf der Webseite von Dr. med. Jürg Beriger, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, Lostorf

emedicine: Erythema Infectiosum (Fifth Disease)

Robert Koch-Insitut, Epidemiologisches Builletin 46/99: Parvovirus B19-Infektionen (als pdf-Datei herunterzuladen)

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335693_r_k_b_by_rainersturm_pixeliodeDer Bluttest auf PSA, das Prostata spezifische Antigen, soll einen Krebs der Prostata frühzeitig erkennen, früher als dies z.B. mit dem tastenden Finger vom Enddarm her möglich ist. Frühzeitig erkannt, sollen diese Tumore auch besser zu behandeln und zu heilen sein, lautet die Theorie. Getestete Männer, denen die Blutuntersuchung auch hierzulande vom Urologen etwa ab dem 50. Lebensjahr empfohlen wird, sollten demnach auch länger leben.

Soweit die Theorie. Wie sieht es aber in der Praxis aus? Zwei neue Studien, eine aus mehreren europäischen Ländern (ohne Deutschland), die andere aus den USA, werfen berechtigte Zweifel am Sinn der PSA – Testung auf.

Die amerikanische Studie: PSA-Test kann kein Leben retten

Der PSA – Test ist in den USA sehr populär, obwohl er von führenden amerikanischen Fachgesellschaften in Sachen Krebs (American Cancer Society, US-National Cancer Institute) nicht empfohlen ist. So lassen sich beispielsweise 95 % der männlichen Urologen und 78 % der Allgemeinärzte jährlich untersuchen.

Um so befremdlicher wird den amerikanischen Kollegen das Ergebnis einer Studie an 76.993 Männern vorkommen, das am 18. März 2009 in der amerikanischen Fachzeitschrift New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde.

Die 76.993 Männer wurden in zwei Gruppen unterteilt, von denen die eine eine regelmäßige PSA-Testung erhielt. Die andere diente als Kontrollgruppe, denen kein regelmäßiger PSA-Test angeboten wurde. (Trotzdem gingen auch viele Männer der Kontrollgruppe zum PSA-Test: Fast die Hälfte der Männer der Kontrollgruppe ließen sich außerhalb der Studie untersuchen.)

Nach sieben Jahren ergaben sich folgende Ergebnisse: Pro 10.000 Männern und Jahr wurden in der getesteten Gruppe 116 Prostatakrebse gefunden, in der Kontrollgruppe nur 95, die Rate entdeckter Karzinome konnte durch die Testung also um 20 % erhöht werden. Sinn der Früherkennung ist aber nicht eine hohe Rate an Krebsdiagnosen, sondern die Verlängerung des Lebens. Genau dies konnte, so das Ergebnis der amerikanischen Untersuchung, mit der Bestimmung des PSA-Wertes im Blut nicht erreicht werden.

In der Kontrollgruppe kam es zu 1,7 Todesfällen pro 10.000 Männern und Jahr, in der PSA-Gruppe starben von 10.000 hingegen jährlich 2 Männer. Die Sterblichkeit (an allen Ursachen) war also in der PSA-Gruppe eher höher als in der Vergleichsgruppe. Dieser Unterschied war aber „nicht signifikant“, wie dies in der Forschersprache heißt, er könnte also auch zufällig aufgetreten sein.

Trotzdem lässt sich schlussfolgern: In der amerikanischen Untersuchung konnte durch PSA-Testung keine Lebensverlängerung erzielt werden.

Studie in Europa ergab weniger Tote durch Prostatakrebs

Eine Untersuchung mit dem gleichen Ziel wurde auch in acht europäischen Ländern durchgeführt und in der gleichen Ausgabe wie die amerikanische Untersuchung im New England Journal of Medicine veröffentlicht.

In Europa nahmen 162.000 Männer teil, sie wurden neun Jahre beobachtet. Bei den Männern mit PSA-Test wurde in 8,2 % der Fälle ein Krebs der Vorsteherdrüse festgestellt, in der Kontrollgruppe nur bei 4,8 %. Der Unterschied fällt also wesentlich größer aus als in den Vereinigten Staaten. Vermutliche Ursache: In Europa ist der PSA – Test (noch) nicht so populär wie in den USA, deswegen gingen weniger Männer der Kontrollgruppe zur vorsorglichen Blutuntersuchung. Die europäische Studie gibt leider keine Informationen darüber, wie viele Kontroll – Probanden das Ergebnis durch PSA-Tests außerhalb der Studie verzerrt haben.

Das Ergebnis der europäischen Studie liest sich auf den ersten Blick hoffnungsvoll: Durch das PSA-Screening sei es gelungen, die Sterblichkeit an Prostatakarzinom um 20 % zu senken.

Jedoch: Das ist nicht alles. Was die Studie leider nicht beantwortet: Lebten die Männer mit dem PSA – Test länger als die ohne? Angaben zur Lebensdauer fehlen bedauerlicherweise in der europäischen Studie im Gegensatz zur amerikanischen.

Die Senkung der Sterblichkeit um 20 % wird teuer erkauft: Um einen Patienten zu retten, müssen 48 Patienten behandelt werden. 48 Männer, die an der Prostata operiert oder die bestrahlt wurden, möglicherweise um den Preis der Inkontinenz oder Impotenz.

Dies räumen auch die Autoren der europäsichen Studie ein. Am Ende ihres Artikels im New England Journal of Medicine betonen die Forscher, dass ein Screening der gesamten männlichen Bevölkerung mit dem Risiko der Überdiagnose und der Überbehandlung verbunden ist.

Quellen

NEJM vom 18.3.2009: Mortality Results from a Randomized Prostate-Cancer Screening Trial“ – Bericht über die Studie aus den USA

NEJM vom 18.3.2009: Bericht über die europäische Studie

Deutsches Ärzteblatt am 19.03.2009: Prostatakarzinom: Studien bestätigen Zweifel am PSA-Test

Bild: Blutentnahme, © Rainer Sturm auf pixelio.de

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357088_r_k_by_marctwo_pixeliodeFolsäure ist ein lebenswichtiges Vitamin. Folsäure ist enthalten in grünem Blattgemüse, in Bohnen und in Vollkornprodukten. Der Mangel an Folsäure bei Schwangeren führt zu Missbildungen beim Neugeborenen, die Einnahme von Folsäure in Tablettenform – am besten schon vor der Empfängnis – reduziert das Risiko. Folsäuremangel durch schlechte Ernährung begünstigt Blutarmut und Nervenkrankheiten, außerdem steigt das Risiko für verschiedene Krebserkrankungen. In den USA wird Folsäure vielen Nahrungsmitteln zugesetzt, um einem Mangel vorzubeugen.

Auch bei Männern mit Prostatakarzinom fanden sich niedrige Folsäurekonzentrationen im Blut, geringere als bei Männern ohne Krebs der Vorsteherdrüse.

Diese Befunde veranlassten Forscher der Universität von Südkalifornien zu untersuchen, ob man Prostatakrebs verhindern kann, indem Männer Folsäuretabletten einnehmen.

Das verblüffende Resultat der fast 12-jährigen Studie an 643 Männern wurde jetzt im Mitteilungsblatt des Nationalen Krebsinstituts der Vereinigten Staaten veröffentlicht: Das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken, wird durch Einnahme von Folsäure in einer Dosis von 1mg am Tag um mehr als das Doppelte erhöht!

Die Autoren betonen, dass ihr Resultat durch weitere, grössere Studien bestätigt oder widerlegt werden sollte. Aber es kann auch heute schon festgehalten werden: Die Einnahme von Vitaminen in Tablettenform ist wahrscheinlich nicht in jedem Fall gesund, während der reichliche Genuss von Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukten in jedem Fall empfehlenswert ist, um sich gesund zu erhalten und vor Krebserkrankungen zu schützen.

Quelle

Oxford Univerity Press online – Zusammenfassung der Studie, die ursprünglich am 9.3.2009 im Journal of the National Cancer Institute veröffentlicht wurde (engl.) – Folic Acid and Risk of Prostate Cancer: Results From a Randomized Clinical Trial

Mitteilung der University of Southern Caliornia zur Studie vom 10.3.09 auf eurekalert.org (engl.)

Bericht im Deutschen Ärzteblatt vom 12.3.2009: Folsäure erhöht Prostatakarzinomrisiko

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Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Stanford Universität in Kalifornien (USA) haben einen neuen Bluttest entwickelt, der es erlaubt, das Down-Syndrom beim Ungeborenen aus einem Bluttest der Mutter zu diagnostizieren.

Die Diagnose ist zur Zeit nicht ungefährlich für Mutter und Kind, es muss Fruchtwasser aus der Gebärmutter der Schwangeren durch eine Punktion entnommen werden. Infektion und Frühgeburt sind die Risiken. Das Down Syndrom ist eine angeborene Erkrankung, die u.a. mit verzögerter intellektueller Entwicklung, Herzfehlern und einem typischen Körperbau einhergeht. Die Ursache ist ein dreifach vorhandenes Chromosom mit der Nummer 21, normalerweise enthalten menschliche Körperzellen nur zwei davon in ihrem Zellkern. Daher stammt auch der Name Trisomie 21 für das Down Syndrom.

Im Blut der Schwangeren sind Spuren der Erbsubstanz des Ungeborenen zu finden, allerdings ist die Konzentration der kindlichen DNA sehr gering.

Die amerikanischen Forscher vermehrten ganz einfach sämtliches freies DNA-Material, das sie im Blut der Mutter finden konnten. Sie analysierten die Verteilung der unterschiedlichen Chromosomen in der Probe. Ein zuverlässiger Hinweis auf das Down Syndrom war ein gehäuftes Auftreten des 21. Chromosoms (oder Teile davon) im Blut der Mutter. Auch andere, seltenere Erbkrankheiten mit Vermehrung der normalen Chromosomenanzahl konnten auf diese Weise festgestellt werden.

Der Test ist relativ preiswert, die Kosten werden auf rund 500 € geschätzt. Bei einer routinemäßigen Anwendung z.B. bei älteren Schwangeren (bei denen das Risiko erhöht ist), dürften die Preise weiter sinken.

Quellen

Proceedings of the National Academy of Science of the United States of America (PNAS), 6.10.2008 online: Noninvasive diagnosis of fetal aneuploidy by shotgun sequencing DNA from maternal blood

Dialog Gentechnik: Bluttest zur Frühdiagnose des Down-Syndroms

Bild: Achtjähriger Junge mit Down Syndrom, gefunden auf Wikimedia Commons, Lizenz: creative commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported

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Es ist wieder soweit: Alle Frauen in meiner Praxis im Alter zwischen 50 und 69 Jahren erhalten in diesen Tagen eine Einladung zur Röntgenuntersuchung der Brust (Mammographie), die zur Früherkennung des Brustkrebses dienen soll.

Viele Frauen gehen hin, ohne mich zu fragen, andere lehnen das Angebot rundweg ab. Andere fragen mich: „Was soll ich tun?“ und erwarten von mir eine klare Antwort in der Art von „Hingehen!“ oder „Zu Hause bleiben!“.

Leider ist die Antwort nicht so einfach und ich will hier erklären, warum das so ist.

Wem nützt die Vorsorgemammografie?

Das vorsorgliche Röntgen der Brust nutzt den Frauen, die einen Brustkrebs haben, der durch diese Untersuchung entdeckt wird, sonst aber nicht entdeckt worden wäre. Das ist aber noch noch nicht alles: Der Brustkrebs muss so klein sein, dass er noch gut zu heilen ist und die Frau durch die Behandlung zusätzliche Lebensjahre geschenkt bekommt.

Die Cochrane Collaboration, eine internationale wissenschaftliche Vereinigung, hat alle bekannten Untersuchungen weltweit zum Thema Mammografie analysiert und kommt zu folgenden Ergebnissen.

Unter 2000 Frauen, die 10 Jahre lang mammografiert werden ist eine, deren Leben durch diese Untersuchung verlängert wird.

Wem schadet die Mammografie?

10 Frauen unter den oben genannten 2000 Untersuchten werden in den 10 Jahren eine Krebsdiagnose erfahren und behandelt werden, ohne dass ihr Leben dadurch verlängert wird. Sie werden also unnütz behandelt. Außer den Nebenwirkungen der Behandlung (Operation, Bestrahlung, Chemotherapie) gehen ihnen auch etliche Jahre unbeschwerten Lebens verloren, weil die Krebsdiagnose wie ein Damoklesschwert über ihnen schwebt.

200 Frauen aus der gleichen Gruppe der 2000 erhalten in 10 Jahren die Mitteilung, dass „irgend etwas nicht stimmt“. Dies bedeutet meistens, dass zusätzliche Untersuchungen erforderlich werden: Ultraschalluntersuchungen zum Beispiel oder Probeentnahmen. Die Erfahrung zeigt mir, dass viele Frauen alleine diese Mitteilung, „das irgend etwas nicht stimmt“, nur sehr schwer verkraften können. Manchen ist die Stimmung für ein paar Wochen versaut, andere leiden jahrelang unter dem Schock und der Angst.

Die Mammografie arbeitet mit energiereicher Röntgenstrahlung. Theoretisch kann diese selbst Brustkrebs verursachen. Das Risiko ist aber so klein, dass es schwer ist, verlässliche Zahlen darüber zu finden.

Manche Frauen empfinden den Druck, der auf die Brust durch das Gerät ausgeübt wird, als schmerzhaft.

25 % weniger Brustkrebstote durch Mammografie ?

„Durch die Früherkennungsmammografie wird die Sterblichkeit an diesem Krebs um 25 % gesenkt“, das ist eine häufige Aussage der Befürworter dieser Reihenuntersuchung.

Stimmt und stimmt nicht, möchte ich dagegen sagen. Sie stimmt, weil der Prozentsatz richtig ist, sie stimmt nicht, weil sie einen vollkommen falschen Eindruck erweckt.

Es verhält sich so: Von 1000 Frauen, die zehn Jahre lang regelmäßig zur Mammografie gehen, sterben sechs nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft an Brustkrebs, von 1000 anderen Frauen, die sich nicht untersuchen ließen, sterben acht. Tatsächlich wurde die Sterblichkeit um 25 % gesenkt – aber andererseits gingen 998 von 1000 Frauen zehn Jahre lang völlig überflüssig zum Röntgen, manchen von ihnen schadete dies sogar.

Nun verstehen Sie, liebe Patientinnen, vielleicht, warum die Antwort auf die Frage: „Hingehen oder zu Hause bleiben ?“ für ihren Arzt nicht so ganz einfach ist.

Quellen und weiterführende Links

Deutsche Krebsgesellschaft: Die Mammografie

Nationales Netzwerk Frauen und Gesundheit: Informationen zur Mammografie – eine Entscheidungshilfe (Broschüre als PDF-Datei herunterzuladen)

Deutsches Ärzteblatt vom 18.10.2006: Cochrane: Neue Zweifel am Wert der Mammographie

The Cochrane Library: [Review]
Screening for breast cancer with mammography

www.ein-teil-von-mir.de – Webseite der Kooperationsgemeinschaft Mammographie in der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung GbR

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