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Posts Tagged ‘basophile Granulozyten’

Granulozyten, zu den Leukozyten gehörende Zellen mit einem vielgestaltigen Kern (polymorphkernige L.) und Granula (Bläschen) in ihrem Zytoplasma, die sowohl verdauende Enzyme als auch bakterienabtötende Proteine enthalten.

Die G. werden in drei Klassen unterteilt:

Die neutrophilen G. nehmen Mikroorganismen – insbes. Bakterien – auf und verdauen sie, sie haben mit 40 bis 60 % den größten Anteil an allen weißen Blutkörperchen.

Die eosinophilen G. sind viel seltener (1 bis 4% aller Leukozyten), sie greifen die Wand größerer Parasiten wie z. B. Würmer an und vermehren sich stark bei allergischen Erkrankungen.

Mit 0,5 bis 1 % am seltensten kommen die basophilen G. vor, die Heparin und Histamin abgeben können, worin sie den gewebeständigen Mastzellen gleichen.

Ihre Namen haben die Fraktionen der G. von ihrem Verhalten bei der Färbung: Die Granula der eosinophilen G. färben sich besonders gut mit dem sauren Farbstoff Eosin an, sie wurden deshalb früher auch Acidophile (=Säureliebende) genannt. Die basophilen G. haben stattdessen eine größere Affinität zu basischen Farbstoffen, während die Granula der Neutrophilen meist ungefärbt bleiben.

G. leben nur ein paar Tage, sie werden im Knochenmark ständig neu aus Stammzellen gebildet und an das strömende Blut abgegeben. Hier halten sie sich ein paar Stunden auf, verlassen die Adern in Richtung Gewebe und sterben dort.

G. sind beweglich wie Amöben, sie werden von Fremdmaterial durch chemische Signale angezogen. Diese chemischen Botenstoffe werden teils durch die eindringenden Mikroorganismen selbst produziert, in anderen Fällen durch die beschädigten Gewebe erzeugt oder die AntigenAntikörper-Komplexe selbst stellen das anlockende Signal dar.

Einige Mikroorganismen produzieren Gifte, die G. abtöten, andere sind für die G. unverdaulich, ja sie vermehren sich sogar noch in ihnen. Die Immunabwehr benötigt daher in vielen Fällen außer den unspezifischen Abwehrmechanismen der G. die spezifischen Mechanismen der anderen Teile des Immunsystems.

Fehlen, z. B. infolge einer allergischen, durch Medikamente induzierten Reaktion alle oder die meisten G., dann entsteht das lebensbedrohliche Krankheitsbild der Agranulozytose, gekennzeichnet durch eine extreme Abwehrschwäche gegenüber Bakterien.

Quellen

rheuma online: Granulozyten

Laborlexikon: Abbildungen von Granulozyten

Krebsgesllschaft.de: Bestandteile und Funtkion des Blutes

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