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COPD (von engl.: chronic obstructive pulmonary disease, chronisch obstruktive Lungenerkrankung), alle Erkrankungen der Lunge, die mit einer Einschränkung (Obstruktion) des Atemflusses einhergehen, die nicht oder nur teilweise reversibel ist . Die Krankheitsbezeichnung deckt im wesentlichen die beiden Krankheiten Lungenemphysem und chronisch obstruktive Bronchitis ab. Das Asthma bronchiale fällt jedoch explizit nicht unter diese Definiton, da die Behinderung der Atmung beim Asthma br. reversibel ist.

Symptome

Husten, Auswurf und Atemnot sind die typischen Symptome. Anfangs wird die Luftnot nur bei starker Belastung empfunden und nicht als Krankheit bemerkt, sondern als normaler Alterungsprozess oder Trainingsmangel empfunden. Husten und Auswurf sind typische Symptome der chronischen Bronchitis, unter der jeder zweite Raucher über 40 Jahre leidet. Raucher halten den morgendlichen Husten oft für normalen Raucherhusten. Die Luftnot schreitet unaufhörlich voran, schließlich besteht sie auch in Ruhe. Typisch sind akute Verschlechterungen (Exacerbationen) der COPD im Rahmen grippaler Infekte, vor allem in den Wintermonaten.

Häufigkeit

Die genaue Häufigkeit für Deutschland ist nicht bekannt. Die WHO schätzt, dass die COPD die vierthäufigste Todesursache weltweit ist und diese Tendenz ansteigt. Die Häufigkeit der chronischen Bronchitis in Deutschland liegt bei etwa 10 bis 15 % der Erwachsenen. Wieviele dieser Patienten eine COPD entwickeln, ist unklar. In den USA wird die Häufigkeit der COPD auf 5 % der erwachsenen Bevölkerung geschätzt.

Diagnose

Die Diagnose ergibt sich bei allen Patienten mit Husten und Auswurf durch eine Prüfung der Lungenfunktion. Die Einsekundenkapazität (FEV1), d. h. die Menge an Luft, die der Patient in einer Sekunde nach maximaler Einatmung bei größter Anstrengung ausatmen kann, ist erniederigt. Anfangs ist die FEV1 nur relativ zur Vitalkapazität vermindert, d. h. der Prozentsatz der in einer Sekunde ausatembaren Luftmenge bezogen auf die gesamte Atemkapazität ist reduziert. Später sinkt auch der absolute Wert der FEV1.

Die Bestimmung von FEV1 und Vitalkapazität werden nach der Inhalation von Medikamenten, die die Bronchien erweitern, wiederholt. Im Gegensatz zum Asthma bronchiale verbessert sich die Lungenfunktion bei der COPD nicht oder nur teilweise nach Anwendung dieser Medikamente

Die Lungenfunktionsprüfung ist eine einfach durchzuführende Untersuchung mit einem geringen apparativen Aufwand und als echte Vorsorgeuntersuchung der COPD aufzufassen.

Ursachen

Hauptursache der COPD ist das Zigarettenrauchen. Daneben kommen berufliche und allgemeine Umweltbelastungen z. B. durch Feinstaub in Betracht. Nicht alle Raucher und nicht alle Menschen mit einer chronischen Bronchitis entwickeln eine chronisch obstruktive Bronchitis. Es wird angenommen, dass genetische Faktoren eine gewisse Rolle bei der Entstehung der COPD spielen.

Schweregrade

Die Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease ist eine Initiative der WHO und des National Institutes of Health (USA), zur Bekämpfung der COPD weltweit. Die Einteilung in Schweregrade folgt international den Publikationen dieser Initiative und reicht vom Gold Stadium 0 bis IV.

Die Einteilung richtet sich in erster Linie nach den Meßwerten der Lungenfunktion und teilweise auch nach den Symptomen des Patienten.

Im Stadium 0 liegt eigentlich (noch) keine COPD vor, es wird deswegen auch als Risikostadium bezeichnet. Die Patienten leiden unter Husten und Auswurf, die Lungenfunktion ist aber normal.

Im Stadium I ist die absolute FEV1 noch normal (über 80 %), aber der Quotient FEV1 / Vitalkapazität ist auf unter 70 % (normal 80 %) erniedrigt. In diesem Stadium merken viele Patienten noch nichts von ihrer Krankheit.

Im Stadium II liegt die Einsekundenkapizität zwischen 50 und 80 % der Norm, die Patienten bemerken eine deutliche Luftnot unter Belastung.

Im Stadium III mit einer FEV1 zwischen 30 und 50 % sinkt die Lebensqualität rapide, vor allem bei Verschlimmerungen (Exacerbation) durch akute Infekte, die meisten Patienten suchen in diesem (späten) Stadium den Arzt auf.

Das Stadium IV bezeichnet alle Patienten, die eine FEV1 unter 30 % der Norm aufweisen oder alle diejenigen, die unter 50 % des Normalwertes liegen, aber eine Unterversorgung des Blutes mit Sauerstoff aufweisen. Die Patienten sind in diesem Stadium zu keiner körperlichen Belastung mehr fähig, jede Exacerbation kann tödlich sein.

Behandlung

Ähnlich wie beim Asthma bronchiale kommen auch bei der COPD kurz- und langwirkende Beta-2-Sympatomimetika als Inhalation aus einem Dosieraerosol, Pulverinhalator oder Vernebler zur Anwendung. Diese Substanzen erweitern die verengten Bronchien durch Wirkung auf die Rezeptoren des sympathischen Nervensystems. Denselben Effekt, aber durch eine Wirkung auf den Parasympathikus haben die Parasympatholytika (Ipratropiumbromid und Oxitropiumbromid), die auch inhaliert werden.

Inhalierbare Corticosteroide (ICS) haben bei der COPD nicht den selben guten Effekt wie bei Asthma, werden aber eingesetzt, wenn im Einzelfall eine Besserung der Lungenfunktion nachweisbar ist. Sie werden auch in Tablettenform, vor allem bei akuten Verschlimmerungen, angewendet.

Die bronchialerweiternde Substanz Theophyllin verliert wegen vielfältiger Wechsel- und Nebenwirkungen bei geringer therapeutischer Breite zunehmend an Bedeutung, wird aber ab Stadium II der COPD bei fehlender Besserung eingesetzt.

Vor allem im Stadium IV kommt auch eine Langzeitbehandlung mit Sauerstoff (aus der Flasche, durch einen Sauerstoffkonzentrator) in Frage.

In allen Stadien sollten die auslösenden Faktoren (Rauchen) ausgeschaltet werden. Ebenfalls in allen Stadien erfolgt eine Behandlung mit Antibiotika bei Verschlechterung durch Bronchialinfekte.

Die Behandlung mit bronchialerweiternden Sprays, ggf. nur bei Bedarf im Stadium I, ist Basistherapie in allen Stadien der COPD. Ab Stadium II werden ICS auf ihren Effekt getestet und bei Erfolg weiter verordnet.

Die ein- oder beidseitige Lungentransplantation ist die Ultima ratio bei einer COPD des Stadiums IV, die nicht anders behandelbar ist.

Beim Lungenemphysem kommen auch die operative Entfernung größerer Emphysemblasen oder die Resektion stärker befallener Lungenbezirke in geeigneten Fällen in Frage.

Quellen und weiterführende Links

Deutsche Atemwegsliga: Leitlinie zur Behandlung der COPD

Selbsthilfegruppen COPD und Lungenemphysem

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