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Posts Tagged ‘Schwangerschaft’

Eine Covid-19-Erkrankung in der Schwangerschaft birgt einige zusätzliche Risiken für Mutter und Kind. Außerdem scheinen Erkrankungen jetzt häufiger in der Schwangerschaft vorzukommen als das noch im letzten Jahr der Fall war. Das ist möglicherweise eine Folge der weiteren Verbreitung der englischen Variante B.1.1.7. . Diese Corona Variante ist nun mal ansteckender auch für jüngere Menschen als das „alte“ Originalvirus. Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch Instituts rät (noch nicht) generell zur Impfung aller Schwangeren, lehnt sie aber auch nicht ab. Die Fachgesellschaften der Frauenärzte sind dagegen der Meinung, dass sich alle Schwangere impfen lassen sollten. Auch sollte eine Priorisierung für Schwangere eingeführt werden.

A_new_beginning_at_the_end_of_the_day._-_Flickr_-_Munroe_Photography.jpg (3888×2592) (wikimedia.org) Creative Commons — Attribution 2.0 Generic — CC BY 2.0

Warum ist eine Covid-19 Erkrankung riskanter in der Schwangerschaft?

Von 100.000 Frauen, die in der Schwangerschaft an Covid-19 erkranken, sterben 149; außerhalb der Schwangerschaft nur 5. Auch haben Schwangere mit Covid Erkrankung ein höheres Risiko für Schwangerschaftskomplikationen wie Thrombose, Embolie und Schwangerschaftsvergiftung („Präeklampsie“). Aber auch für das Ungeborene steigt das Risiko für Komplikationen. Frühgeburt und Totgeburt sind weitaus häufiger, wenn die Mutter unter Covid-19 leidet. Die Wahrscheinlichkeit für das Neugeborene, nach der Geburt auf einer Neugeborenen – Intensivstation zu landen ist um das 3fache höher.

Impfung mit mRNA-Impfstoffen

In Belgien und Israel, in Großbritannien und in den USA wurden bereits eine große Zahl von Schwangeren mit mRNA-Impfstoffen geimpft. In Europa zur Zeit zugelassene Impfstoffe mit diesem Wirkprinzip sind die von Biontech/Pfizer und Moderna. Bei den Impfungen in der Schwangerschaft wurden nicht mehr Nebenwirkungen als bei nicht schwangeren Frauen beobachtet. Auch typische Schwangerschaftskomplikationen traten nicht vermehrt auf. Die von der Mutter gebildeten Antikörper können auf das Ungeborene übergehen, damit erhält das Neugeborene schon vom ersten Tag an einen Schutz gegen Covid-19.

Und in der Stillzeit?

Ähnliches beobachtete man in diesen Ländern auch bei der Impfung stillender Mütter. Auch hier kommt es zu einer Übertragung mütterlicher Antikörper gegen Covid-19 über die Muttermilch an den Säugling.

Empfehlung der Fachgesellschaften

Die Fachgesellschaften für Gynäkologie und Geburtshilfe empfehlen daher, Schwangere mit Vorzug („priorisiert“) gegen Covid-19 zu impfen. Verwendet werden sollte ein mRNA-Impfstoff. Auch enge Kontaktpersonen (Partner/in) und betreuende Hebammen und Frauenärzte und Frauenärztinnen sollten schnellstmöglich immunisiert werden. Auch in der Stillzeit wird den Müttern eine Impfung empfohlen. Besonders wichtig ist diese Empfehlung natürlich für Frauen mit Risikofaktoren für einen schweren Verlauf der Covid Erkrankung wie z.B. Diabetes, Übergewicht, Hypertonie oder chronische Bronchitis.

Quellen

Empfehlung der COVID-19-Impfung für schwangere und stillende Frauen – Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. (dggg.de)

Fachgesellschaften: Covid-19-Impfempfehlung für alle Schwangeren | PZ – Pharmazeutische Zeitung (pharmazeutische-zeitung.de)

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Seit dem Conterganskandal sind wir in Deutschland gebrannte Kinder. Lieber gar kein Medikament in der Schwangerschaft als das Risiko eingehen, dem Ungeborenen zu schaden.

Deutsche Beipackzettel sind sehr streng was die Schwangerschaft angeht. Die Informationen, welche Medikamente in der Schwangerschaft erlaubt sind und welche nicht, sind oft nur mühselig zu finden. Geht man nach den Beipackzetteln oder den Angaben in der Roten oder Gelben Liste, dann kann darf man fast keine Krankheit in der Schwangerschaft mehr guten Gewissens behandeln.

Der Krankenschwester-Blog zeigte mir jetzt eine neue Quelle: die Datenbank embryotox.de ist online für jeden verfügbar und zeigt an, welche Arzneimittel in der Schwangerschaft eingesetzt werden können und welche nicht. Die Informationen sind dabei nicht so sehr von juristischen Erwägungen abhängig wie in den Beipackzetteln, auch viele Erfahrungen aus dem Ausland werden berücksichtigt.

Es gibt zwei Suchrichtungen: Man kann Krankheiten angeben und nach passenden Medikamenten suchen, aber auch einzelne Medikamente auf ihre Eignung in der Schwangerschaft prüfen. Auch eine kostenlose, individuelle Beratung der Schwangeren ist möglich.

So erfahre ich z.B., dass niedrig dosierte Acetylsalicylsäure (Aspirin100® u.a.) durchaus bei Schwangeren einzusetzen ist, während alle offiziellen Beipackzettel dies streng verbieten. (Niedrig dosiertes Aspirin dient zur Vorbeugung von Schlaganfällen und Herzinfarkten, nachdem bereits solche Erkrankungen oder Vorläufer aufgetreten sind.)

Mein Fazit: Eine sehr informative Informationsquelle, für Patienten und Ärzte geeignet.

Die Seite wird betrieben vom Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, einer Einrichtung des Berliner Betriebs für Zentrale Gesundheitliche Aufgaben, finanziell unterstützt vom Berliner Senat und vom Bundesgesundheitsministerium.

Quellen

Der Krankenschwester-Blog, obwohl die Schwester keine Ärzte mag

Embryotox.de – die Datenbank

Bild: Copyright by ichselbst! auf pixelio.de

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Der Zusammenhang zwischen Koffein und Fehlgeburten wurde schon häufiger untersucht und oft kamen  Studien zu dem Ergebnis, dass zu viel Koffein in der Schwangerschaft Fehlgeburten begünstigt. Unklar war bislang, wie viel Kaffee, Tee oder Cola ohne Risiko erlaubt sind.

Heute wurde in der amerikanischen Fachzeitschrift American Journal of Obstetrics & Gynecology eine Studie aus den Jahren 1996 bis 1998 veröffentlicht, die die Grenze besonders niedrig ansetzt. Die von einer amerikanischen Versicherung (Kaiser Permanente ) durchgeführte Untersuchung beruht auf Befragungen von 1096 Schwangeren in der Gegend von San Franzisko. Voraussetzung für die Aufnahme war: Die Schwangeren sollten den Koffeinkonsum während der Schwangerschaft verglichen mit der Zeit davor nicht verändert haben. Dadurch wollte man eine Verfälschung der Studie durch die Schwangeren, die wegen Erbrechen und Übelkeit weniger konsumierten, vermeiden.

Die Studie von Kaiser Permanente kommt zu dem Ergebnis, daß bereits ab 200 mg Koffein am Tag sich das Risiko einer Fehlgeburt verdoppelte: Bei Frauen, die gar kein Koffein zu sich nahmen, lag es bei 12.50% gegenüber 25.45% bei mehr als 200 mg. Je nach Kaffeesorte und Zubereitungsart kann diese Menge schon in zwei Tassen aufgebrühtem Kaffee stecken.

Der Autor der Studie, der Arzt Dr. De-Kun Li empfiehlt, den Kaffeeverbrauch während der Schwangerschaft wenigstens auf eine Tasse am Tag zu reduzieren, besser gar keinen zu trinken. (Dasselbe gilt natürlich für andere koffeinhaltige Getränke wie Cola, Tee oder heiße Schokolade – genauere Angaben zum Koffeingehalt auf den Seiten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung – siehe unten.)

Zusammenfassung der Studie auf der Seite von Kaiser Permanente – englisch

Deutsche Gesellschaft für Ernährung zum Thema Koffein und Schwangerschaft

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